Nur eine Illusion?
Es zeichnet sich ein bemerkenswerter Trend bei Investments in traditionell illiquide Asset-Klassen ab. Zunehmend werden Strukturen (bspw. über ELTIFs oder Tokenisierung) angeboten, die eine hohe Liquidität versprechen. Dies wirkt auf den ersten Blick wie ein willkommener Fortschritt, doch diese scheinbare Attraktivität bringt Risiken mit sich, die nicht übersehen werden sollten.
Die Transformation von illiquiden in scheinbar liquide Assets birgt ein Bewertungsrisiko zwischen den zugrunde liegenden Vermögenswerten und den Erwartungen der Investoren. Immobilienmärkte und andere illiquide Anlagen sind bekannt für ihre langsamen Marktbewegungen und die Notwendigkeit gründlicher Due-Diligence-Prozesse.
Ein weiteres Problem ist der sogenannte Liquiditäts-Mismatch. Während die Investoren in der Annahme handeln, dass sie ihre Anteile jederzeit verkaufen können, bleibt die Liquidität der zugrunde liegenden Vermögenswerte begrenzt.
Die Verlockung der Liquidität bei traditionell illiquiden Assets geht also mit erheblichen Risiken einher. Letztlich ist für institutionelle Investoren eine gründliche Risikoprüfung unerlässlich, um sicherzustellen, dass die Illusion der Liquidität nicht zu unerwarteten Verlusten führt.
Michael Busack
Herausgeber
Ausgabe: Absolut|private Q3/2024