Kein Zuckerschlecken

Absolut|private Q3/2023}

Für die Immobilienwirtschaft kommt es derzeit knüppeldick. Die Zinsen steigen weiter, die Nachfrage bricht ein und die Politik diskutiert über neue Mietpreisbremsen. Erste Projektentwickler gehen in die Insolvenz und ein Ende ist noch nicht abzusehen. Welche Risiken in den Portfolios stecken, werden wohl erst die Wirtschaftsprüfer herausfinden. Hinzu kommt die Unsicherheit, wie die Immobilie der Zukunft aussehen wird, welche Arten von Wohnraum in der Stadt und auf dem Land nachgefragt werden und welche Gewerbeflächen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten noch benötigt werden. Die Dynamik ist so groß, dass eine Prognose kaum möglich erscheint.

Über all dem schwebt das Damoklesschwert der energetischen Sanierung des Altbestandes und der hohen Kosten für Neubauten. Denn natürlich kann nicht gebaut werden, wenn es keiner bezahlt. Institutionelle Investoren halten sich zurück, da die Objekte bzw. Fonds derzeit keine Renditen versprechen, die dem Vergleich mit anderen Asset-­Klassen – hier vor allem Fixed Income – standhalten. Die aktuelle Situation ist kein Zuckerschlecken!

Die Boomphase des letzten Jahrzehnts geht nahtlos in eine Phase des Wundenleckens über, die sich erst langsam auflösen wird. Es wird von der Bestandsallokation der Anleger abhängen, wie groß ihr Appetit auf Immobilien in den nächsten Monaten sein wird. Für Asset Manager kommt es jetzt darauf an, sich bei institutionellen Investoren nachhaltig zu positionieren und Produkte mit Potenzial anzubieten.

In dieser neuen Ausgabe des Absolut|private finden Sie innovative Ansätze für Private-Market­-Investments. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen ertragreichen Herbst.

Michael Busack
Herausgeber




Ausgabe: Absolut|private Q3/2023