Wie gefährlich ist Private Debt?
In den letzten Monaten ist viel über potenzielle Probleme im Bereich Private Debt gesprochen worden. Gerade institutionelle Investoren in Deutschland haben in den vergangenen Jahren eine beachtliche Allokation in dieser Assetklasse aufgebaut – kaum verwunderlich, denn hierzulande hatten zinstragende Kapitalanlagen schon immer Vorrang.
Die Niedrigzinsphase bis zur Zinswende 2022 hat diesen Trend zusätzlich beschleunigt:
Liquide Instrumente warfen kaum noch auskömmliche Renditen ab und Private Debt entwickelte sich zur willkommenen Alternative mit attraktivem Aufschlag.
Doch woher kommen die aktuellen Sorgen? Schwierig wird es vor allem dann, wenn illiquide Anlagen liquide gehandhabt werden sollen. Bei größeren Kapitalabzügen bleibt dem Manager kaum eine andere Wahl, als den Fonds zu schließen – mit allen Folgen für die Investoren.
Die Finanzkrise 2008/2009 hat gezeigt: In illiquide Anlagen sollte nur investieren, wer die Zielinvestments seines Managers wirklich versteht. Ein Portfolio, das einseitig auf Softwarefirmen unter KI-Druck setzt, reagiert anders an als ein breit diversifiziertes Buch.
Fehlt diese Vielfalt, kann Private Debt tatsächlich gefährlich werden. Für Investoren, die ihre Due Diligence gemacht haben, bleibt die Anlageklasse aber eine sehr gute Möglichkeit, nachhaltige Erträge zu erzielen.
In dieser Ausgabe des Absolut|private haben wir wieder sehr viele interessante Ansätze aus den diversen Bereichen der Private Markets für Sie zusammengestellt.
Michael Busack
Herausgeber
Ausgabe: Absolut|private Q2/2026