Adaption
Nach fünf Monaten im neuen Jahr lässt sich eines bereits festhalten: Immobilien werden 2023 nicht mehr die bevorzugte Anlageklasse institutioneller Anleger sein. Viele Gespräche mit Investoren und Asset Managern zeigen, dass die Nachfrage derzeit gering ist und sich nicht kurzfristig beleben wird. Wert und Preis müssen erst wieder zueinanderfinden, ebenso Rendite und Finanzierungszins.
Institutionelle Investoren haben viel in Immobilien investiert, manche auch zu viel. Die Illiquidität der Assets und die hohe Ressourcenbindung werden jetzt als einschränkende Faktoren gesehen. Es ist an der Zeit, eine Pause einzulegen und diese zu nutzen, um das Portfolio zu optimieren oder sich anderen Asset-Klassen zuzuwenden. Beispielsweise dem Thema Infrastruktur, insbesondere Energieinfrastruktur, das derzeit am stärksten favorisiert wird – erfüllt dieses Segment doch nicht nur den Wunsch nach langfristig stabilen Renditen, sondern bedient auch den Trend zu mehr nachhaltigen Investments im Gesamtportfolio. Es bewegt sich also etwas an den Private Markets!
Private Debt und Private Equity sind auch von einer stärkeren Zurückhaltung der Investoren betroffen. Da sich aber die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass ein „Timing“ der Investitionen nicht sinnvoll ist, sondern diese kontinuierlich erfolgen sollten, sind weiterhin Zuflüsse zu erwarten.
Ideen für den Umgang mit der neuen Marktsituation finden Sie in dieser Ausgabe des Absolut|private. Ich wünsche Ihnen eine schöne Sommerzeit und bin gespannt, was die zweite Jahreshälfte bereithält.
Michael Busack
Herausgeber
Ausgabe: Absolut|private Q2/2023