Es wird (fast) nichts mehr so sein wie früher
Es wird (fast) nichts mehr so sein wie früherDie ersten Monate des Jahres sind vorbei und eines kann man schon jetzt erkennen: Nichts ist mehr so, wie es in den vergangenen zinslosen Jahren war. Die aktuelle Situation ist aber auch keine Katastrophe.
Die radikale Zinswende hat für institutionelle Investoren zwei Seiten: Ihr aktuelles Portfolio ist betroffen, wenn es um die Finanzierung von bestehenden Projekten und die Werthaltigkeit ihrer Immobilien- und Private-Market-Anlagen geht. Gleichfalls bietet das höhere Zinsumfeld wieder die Möglichkeit, ausreichend liquide Anlagen in recht hoch gerateten Anleihensegmenten zu finden. Die schlechte Nachricht ist also, dass Investoren aktuell weniger Druck haben, in Private Markets als Anleihenersatz zu investieren.
Die gute Nachricht ist, dass Private-Market-Investments weiter allokiert werden, weil sie eine sinnvolle Ergänzung darstellen, die das Portfolio nicht nur diversifiziert, sondern auch bei entsprechender Auswahl mit einer attraktiven langfristigen Rendite über die Zeit belohnt.
Es kommt jetzt mehr denn je auf die Qualität der angebotenen Produkte an und auf das Vertrauen der Investoren in die Asset Manager und deren Fähigkeit, langfristig einen Mehrwert zu generieren. Die „Marke“ wird neben der Asset-Klasse und Strategie ausschlaggebend dafür sein, an wen das Geld fließen wird. Investoren haben nicht nur die Qual der Wahl, sie haben auch eine neue Verhandlungsmacht, die es in den zinslosen Jahren nie gegeben hat.
Michael Busack
Herausgeber
Ausgabe: Absolut|private Q1/2024