ZIA: Wirtschaftsimmobilien weiterhin gefragt
Der Rat der Immobilienweisen hat im Auftrag des zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA) das jährlich erscheinende Frühjahrsgutachten über die Entwicklung des deutschen Immobilienmarktes für 2016 veröffentlicht und Prognosen für 2017 abgegeben. Die beiden Segmente Wirtschafts-und Wohnimmobilien zeigten eine stabile Entwicklung. Verlangsamt wird das Wachstum durch das sinkende Angebot an den Märkten.
2017 ist dennoch von einem weiteren starken Wachstum der deutschen Immobilienwirtschaft auszugehen. Grund hierfür sind unter anderem attraktive Finanzierungsbedingungen, steigende Einkommen und eine stärkere Asset-Allokation in Immobilien. Von den Rahmenbedingungen profitieren, werden allerdings vorrangig die Ballungsgebiete. Hier ist weiterhin mit einem Angebotsdefizit und steigenden Preisen zu rechnen.
Das Jahr 2016 zeichnete sich durch eine stabile Entwicklung im Segment der Büro-, Unternehmens-, Logistik- und Hotelimmobilien aus, den sogenannten Wirtschaftsimmobilien. Auch wenn das Transaktionsvolumen von 55,5 Mrd. Euro auf rund 53 Mrd. Euro abgesunken ist, wurde dennoch das drittgrößte Volumen in der aktuellen Dekade erreicht. Für 2017 ist mit einem Volumen von 45 bis 50 Mrd. Euro zu rechnen.
Büroimmobilien kommen in diesem Segment eine besondere Bedeutung zu. Auch wenn sich das Investitionsvolumen 2016 auf relativ geringe 24,9 Mrd. Euro belief, nahmen sie dennoch 47 % an den gesamten Wirtschaftsimmobilien ein. Es ist davon auszugehen, dass das Interesse an Büroimmobilien auf Investorenseite 2017 weiter ansteigen wird. Gehemmt wird das Wachstum allerdings vom limitierten Angebot. Daher wird sich der Leerstand wahrscheinlich weiter verringern, mit dynamischem Preis- bzw. Mietanstieg. Ebenso ist damit zu rechnen, dass die Nettoanfangsrenditen leicht sinken werden, allerdings nicht in dem Ausmaß, wie es 2016 in dezentralen Lagen der Fall war.
Unternehmensimmobilien vereinnahmen etwa 26,5 % des Marktwertes auf sich und liegen damit leicht hinter den Büroimmobilien. Das Transaktionsvolumen ist 2016 auf 1,8 Mrd. Euro leicht zurückgegangen (2015: 2,3 Mrd. Euro), was ebenfalls auf ein Angebotsdefizit zurückgeführt werden kann. Während die Spitzenmieten bei Gewerbeparks und Produktionsflächen auch 2016 weiter anstiegen, gingen sie bei kleinflächigen Lager- und Logistikflächen von 11,30 auf 8,40 Euro/qm zurück.
Das Segment der Wohnungsimmobilien zeichnete sich 2016 durch steigende Wohnungsmieten aus. Verteuerten sich die Mieten 2015 um 3,4 %, stiegen sie 2016 weiter um 2,6 %. Die Flüchtlingswelle hatte hierauf keinerlei negative Auswirkungen. Die Leerstandsquote ist mittlerweile unter die Fluktuationsreserve gesunken, die für einen gesunden Wohnungsmarkt aber als wichtig bewertet wird. Am niedrigsten ist die Quote mittlerweile mit 0,2 % in München. Von 2,6 % (2010) auf 1,2 % ist sie am stärksten in Berlin gesunken. Dem entgegenwirken wird aber eine voraussichtlich stärkere Abwanderung und somit ein wieder steigendes Angebot. Die Kaufpreise von Wohnimmobilien werden daher eventuell wieder sinken.
Das komplette Spektrum der institutionellen Immobilieninvestments deckt der im Februar 2016 erschienene Absolut|spezial Immobilien ab. Diese Sonderpublikation enthält u.a. Beiträge zum Risikomanagement von Immobilieninvestments, zu Immobilienkreditfonds, Multi-Manager-Ansätzen sowie rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen.
In der Jubiläumsausgabe des Absolut|report 06|2016 untersuchen Mahdi Mokrane, David Baskeyfield, Amy Aznar und Daniel Pottorff von LaSalle Investment Management die Trends des deutschen Immobilienkreditmarkts unter Basel IV und zeigen die Potenziale von Mezzanine-Finanzierungen und Debt-Fonds für institutionelle Investoren auf.