26.10.2017 | Märkte

Private Debt: Strategien, Investment-Prozess und Risiken

Cambridge Associates beschreibt in einer kurzen Analyse die verschiedenen Typen von Private-Credit-Strategien, den damit verbundenen Investment-Prozess sowie Risiken. Das Credit-Exposure kann bei Private Debt entweder auf Unternehmen bezogen sein (Cash Flows stammen aus Unternehmenstätigkeit) oder auf Assets. Grundsätzlich lassen sich Kapitalerhaltungs- und Renditemaximierungsstrategien unterschieden. Erstere, beispielsweise Senior Debt oder Mezzanine Capital, zielen auf prognostizierbare Erträge bei geringen Verlustrisiken ab, während Letztere, etwa Distressed Credit, höhere Renditen anstreben. Zuletzt gibt es Nischenstrategien, die sich nicht zuordnen lassen, darunter Flugzeugfinanzierung oder Royaltys im Gesundheitswesen. Alle Strategien unterscheiden sich bezüglich ihrer Eignung für verschiedene Phasen im Konjunkturzyklus.


Quelle: Cambridge Associates

Der genaue Investmentprozess hängt von der gewählten Strategie ab. Gemein haben sie, mit Ausnahme von Distressed Credit, dass zunächst entweder gewartet werden muss, bis ein potenzieller Schuldner auf den Investor zutritt oder ein zuverlässiges Netzwerk zur Identifizierung von Investment-Opportunitäten vorhanden sein muss. In der Due-Diligence-Phase werden Risiken evaluiert und die Struktur der Finanzierung festgelegt. Im Fokus steht hier weniger der Preis als vielmehr Faktoren wie Zinssatz, Sicherheiten und Kreditklauseln. Unterschiede bestehen beim Management des Portfolios: Während Mezzanine- und Senior-Debt-Manager einen eher passiven Ansatz verfolgen, muss im Bereich Distressed Credit eine weitaus aktivere Strategie verfolgt werden. Der Exit findet bei Private Credit durch Refinanzierung oder die Fälligkeit der gehaltenen Assets statt.


Quelle: Cambridge Associates

Drei wesentliche Risiken müssen Investoren berücksichtigen: Scale, Leverage und Jurisdiktion. Private Debt neigt dazu, durch Diversifikationsanforderungen und hohe Fixkosten größere Skaleneffekte als Private Equity aufzuweisen. Dies wiederum vergrößert die organisatorische Komplexität. Das Risiko der Nutzung von Leverage liegt in der möglichen Austrocknung von Refinanzierungsmöglichkeiten und der damit verbundenen Notwendigkeit von Notverkäufen. Zuletzt stellen die Schutzrechte für Gläubiger ein Kriterium dar, die nicht in jeder Jurisdiktion gleich umfangreich sind.


Absolut Research analysiert institutionelle Publikumsfonds mit Fokus auf Private Debt jeden Monat in der Publikation Absolut|ranking Credit Private Debt & Asset-Backed. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 11.000 institutionelle Publikumsfonds und ETFs, aufgeteilt in 27 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 110 Universen.


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