26.01.2017 | Märkte

Passive Anlagestrategien beeinflussen Aktienmarkt

Ein Research-Bericht von Goldman Sachs von Januar 2017 untersucht, wie das Wachstum regelbasierter, passiver Investmentstrategien die Mechanismen des Aktienmarkts verändert. Ende 2016 wurden fast 40 % der von US-Aktienfonds verwalteten Vermögen passiven Investmentstrategien zugerechnet - eine Verdopplung gegenüber 2005. Aktien-ETFs und Indexfonds haben Ende 2016 rund 13 % des S&P 500 gehalten, vier Prozentpunkte mehr als drei Jahre zuvor. Goldman Sachs argumentiert, dass Merkmale wie Indexzugehörigkeit, Abdeckung durch ETFs oder quantitative Risikofaktoreigenschaften für individuelle Unternehmen wesentlich an Bedeutung gewonnen haben. Der Stellenwert der fundamentalen Unternehmensperformance für die Aktienkursentwicklung hat dagegen abgenommen. Daher sollten sowohl Investoren als auch die Unternehmensführung stärker zwischen durch ETF-Flows und durch Unternehmensmerkmale getriebenen Kursveränderungen unterscheiden.


Quelle: Goldman Sachs

Der relative Rückgang aktiver Aktienstrategien hat dem Bericht zufolge außerdem dazu geführt, dass individuelle Unternehmensmerkmale und -veränderungen später im Aktienkurs sichtbar werden. So liegt der Turnover passiver Strategien im Jahresdurchschnitt bei rund 3 % - aktive Fonds wechseln im Jahr rund 33 % ihres Portfolios aus. Dennoch geht seit 2010 rund 25 % des Aktienhandels in den USA auf ETFs zurück, in den Jahren vor der Finanzkrise lag der Anteil bei 15 %. Ebenfalls steigt der Handelsanteil von ETFs mit zunehmender Marktvolatilität. Bei einem VIX-Level von über 30 liegt der ETF-Anteil bei über einem Drittel. Für VIX-Werte unter 12 bei nur 16 %. Ein Indiz dafür, dass Investoren aktiven Managern nicht zutrauen, in Phasen hoher Preisausschläge eine Outperformance gegenüber ihrer Benchmark zu erzielen.


Quelle: Goldman Sachs


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