24.01.2017 | Research

Performance aktiver Anlagestrategien mit ETFs

Eli Sherrill, Illinois State University, Sara Shirley, Roger Williams University, und Jeffrey Stark, Bridgewater State University, haben in einem Forschungspapier die Eigenschaften aktiv verwalteter Investmentfonds untersucht, die in hohem Maße in ETFs investieren. Das verwendete Datensample umfasst rund 3500 Fonds für den Zeitraum 2004 bis 2015, von denen ca. 1300 unter anderem in ETFs investieren. Unterschieden wird zwischen Low- und High-ETF-Usern. Low User investieren im Mittel 0,7 % ihrer AuM in ETFs, während es bei den High Usern 12,8 % sind. Für den untersuchten Zeitraum schneiden High-User-Fonds je nach Modell 0,4 bis 1,6 % p.a. schlechter ab als Fonds, die keine ETFs nutzen. Low User scheinen dagegen keine signifikante Underperformance aufzuweisen.


Quelle: Sherrill, Shirley, Williams, 2016

Um den Grund der Underperformance der High User zu analysieren, wird die Performance der Produkte in einen ETF-Beitrag und einen Nicht-ETF-Beitrag aufgespalten. Es zeigt sich, dass beide signifikant zur Underperformance beitragen, was impliziert, dass seitens des Fondsmanagements sowohl bei der Wertpapierselektion als auch der Indexauswahl Schwächen bestehen. Das ETF-Investment selbst hat dagegen keinen negativen Einfluss auf die Fondsperformance: Bei den Low Usern gibt es keine signifikanten Performance-Unterschiede zwischen Zeiträumen, in denen diese in ETFs engagiert sind und solchen, in denen keine ETFs im Portfolio gehalten werden.


Quelle: Sherrill, Shirley, Williams, 2016

Die Untersuchung des Active Share innerhalb der ETF-Portfolios aktiver Investmentfonds zeigt, dass vor allem die aktive Nutzung dieser Produkte für die Underperformance der High User verantwortlich zeichnet. Hinzu kommen negative Market-Timing-Fähigkeiten, die insbesondere bei den High Usern stark ausgeprägt sind. Insgesamt schließen die Autoren, dass die Existenz von ETFs im Portfolio aktiv verwalteter Fonds zunächst kein Signal für ein schwaches Fondsmanagement darstellt, ein großer ETF-Anteil hingegen schon.


Absolut Research unterstützt institutionelle Investoren bei der Selektion von Asset Managern jeden Monat in der Publikation Absolut|ranking. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 11.000 institutionelle Publikumsfonds und ETFs, aufgeteilt in 27 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 110 Universen. Neben aktiven Fonds analysiert die Publikation auch mehr als 600 ETFs.

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