22.12.2023 | (Weihnachts-)Märkte

Keine Preisgrenze nach oben!

Die Preistreiberei kennt in einem Umfeld inverser Deflation keine Grenzen, schreibt Catella in ihrer traditionellen Weihnachtsmarktanalyse – und vermeidet so den Begriff Inflation (schlechtes Karma und so). Gegenüber dem Vorjahr ergaben sich beim Glühwein durchschnittliche Preissteigerungen von 20 %, was durch die notwendigen ausgiebigen Analysen vor Ort zu einer Überziehung des Budgets und nahezu zur Insolvenz geführt hat. An dieser Stelle erlaubt sich diese Redaktion den Hinweis, dass drohende Insolvenz hier vielleicht etwas zu weit geht. Im Falle eines Falles würde es ausreichen, die Produktion bzw. Verkostung einzustellen, wie schon der Heilige Sankt Robert in grenzenloser Weisheit und Sachkenntnis geäußert hat.   



Quelle: Catella


Möglicherweise ist für die exorbitant höheren Preise, die im Durchschnitt der untersuchten Märkte bei 4,78 Euro pro Becher liegen, auch die GEMA verantwortlich. Um diesem bösartigen Gerücht zu begegnen, haben deren Eintreiber vorgerechnet, dass bei einer*m durchschnittlichen Besucher*in von Weihnachtsmärkten, der/die/das 18 Euro Umsatz generiert, nur etwa 2,5 Cent GEMA-Gebühren anfallen. Auch die Rohstoffpreise können nicht ursächlich sein für die gepfefferten Glühweinpreise: Die Analysten von Catella stellen dar, dass für die Zutaten pro 1 Liter rund 2 Euro zu kalkulieren sind, zuzüglich nicht näher spezifizierbarer Produktions- und Arbeitskosten sowie Standmieten und Löhnen. Eine wirklich ernüchternde Analyse!

Aus dem Finance-Bereich wird zudem ein Projekt vorgestellt: die Errichtung eines Lebkuchenhauses aus 100 % nachhaltigen, zertifizierten Bio-Zutaten mit preisgedämpftem, sozialem Wohnraum für fleißige Elfen und einem hohen ESG-Score, der nicht nur die Herzen, sondern auch das umweltbewusste Portfolio erwärmt. Der Rohbau des Hauses stand schon zum 2. Advent, so dass ein Richtfest unter Anwesenheit von Prominenten gefeiert werden konnte. Nikolaus und Knecht Ruprecht gaben sich die Ehre, wobei Ersterer etwas skeptisch auf die strukturelle Integrität der Süßigkeitenwände blickte. In der Analyse wird selbstkritisch darauf hingewiesen, dass gendermäßig fürs nächste Jahr etwas Neues überlegt werden sollte („nur Männer mit weißen Bärten... oder wahlweise weiße Männer mit Bärten oder CIS“).

Wir wünschen unseren Lesern ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Jahr 2024.

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