15.12.2015 | Märkte

Frühindikatoren für Abschwünge im Real-Estate-Markt

LaSalle Investment Management hat drei Schlüsselbereiche identifiziert, die Rückgänge im Immobiliensektor implizieren können. Die Marktanalyse "Anticipating Real Estate Capital Markets Donwturns" nennt als ersten Faktor die Angebots- und Nachfragesituation auf dem Immobilienmarkt. Hier spielen Aspekte wie die gesamtwirtschaftliche Lage und deren Auswirkungen auf die Immobilienbranche und Leerstandsquoten eine Rolle. Der zweite Faktor beinhaltet Struktur und Kapitalströme sowie Konditionen am Eigen- und Fremdkapitalmarkt. Dies umfasst die Aggressivität der Banken in der Finanzierung, die Gesundheit des Bankensektors, Status des Verbriefungsmarktes und die Rückzahlungsgeschwindigkeit von Immobiliendarlehen. Zuletzt wird die relative Bepreisung des Immobilienmarktes betrachtet, also wie der Real-Estate-Sektor in Relation zu den Anleihemärkten bewertet ist und wie der Markt REITs im Vergleich zu normalen Aktien sieht.


Quelle: LaSalle Investment Management

Die Autoren listen für die Regionen Nordamerika, Europa und Asien/Pazifik die jeweiligen Kapitalmarktindikatoren auf, welche für die rechtzeitige Erkennung von Abschwüngen im Immobiliensektor als relevant identifiziert wurden. Die gängigen gesamtwirtschaftlichen Indikatoren sind für alle Regionen relevant. Unterschiedliche Bewertungen der Faktoren zwei und drei sind den abweichenden Kapitalmarktstrukturen geschuldet sind. Während in den Nordamerika die Emissionstätigkeit bei CMBS von hoher Bedeutung ist, sind in Europa das Default-Risiko der Banken sowie der Anteil der Immobilienkreidte an der Bilanzsumme der Institute bessere Indikatoren. Insgesamt stellt sich die aktuelle Situation in Nordamerika und Europa sehr positiv dar, während die Indikatoren für Asien/Pazifik ein eher durchwachsenes Bild zeichnen.
Abschließend weisen die Autoren darauf hin, dass es sich bei den zugrundeliegenden Prozessen nicht um Automatismen handelt, die in jedem Falle zutreffen und selbst dann, wenn die Indikatoren einen Abschwung korrekt prognostizieren, angesichts der Illiquidität der Asset-Klasse Immobilien eine entsprechende Portfolioanpassung nicht immer möglich ist.

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