03.03.2017 | Studie

Entwicklung der Kreditfähigkeit der Euro-Länder

Das Centrum für Europäische Politik (cep) hat im Februar eine Studie über die Kreditfähigkeit europäischer Staaten und der übrigen G7-Staaten Kanada, Japan und USA veröffentlicht. Der cepDefault-Index zeigt für 6 Staaten der Eurozone eine verfestigte, abnehmende Bonität: Finnland, Griechenland, Italien, Portugal, Slowenien und Zypern. Für Finnland zeigen die Modelle der Autoren seit 2013 eine kontinuierliche Verschlechterung der Kreditqualität. Bemängelt wird die Verwendung ausländischer Kredite zur Finanzierung des Binnenkonsums sowie unzureichende private Investitionen. Im Falle Portugals bewerten die Autoren den sinkenden Kapitalstock als kritisch. Bereits seit 2004 beurteilt das cep die Kreditfähigkeit des Landes als verfestigt negativ.


Quelle: cep

Der cepDefault-Index wird als Prozessmaß berechnet und misst die Fähigkeit eines Landes zur Rückzahlung der Auslandskredite. Ausgangspunkt ist die Höhe der kapazitätssteigernden Investitionen. Darüber hinaus fließen die Höhe der Auslandsverschuldung sowie die Wettbewerbsfähigkeit der nationalen Unternehmen auf den Weltmärkten und die private Verschuldung in die Bewertung ein. Eine abnehmende internationale Wettbewerbsfähigkeit führt in der Regel zu höheren Importen und Leistungsbilanzdefiziten.
Die beste Bewertung hat Norwegen erhalten. Dahinter stehen die Schweiz, Malta, Schweden und Estland. Deutschland belegt Platz 8. Frankreich steht mit einer unbestimmten Entwicklung der Kreditfähigkeit auf Rang 25 der 32 untersuchten Staaten. Großbritannien steht mit verfestigt abnehmender Bonität auf Platz 26 vor Finnland, Slowenien und Italien.

Das cep ist der europapolitische Think Tank der gemeinnützigen Stiftung Ordnungspolitik in Freiburg.

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