10.06.2024 | Research

Finanzielle Materialität von ESG-Themen

Drei Autoren der Harvard Business School haben untersucht, wie Umwelt-, Sozial- und Governance-Themen (ESG) für Unternehmen und ihre Investoren finanziell relevant werden. David Freiberg, Jean Rogers und George Serafeim entwickeln einen Rahmen, um zu verstehen, wie ESG-Themen sich auf Unternehmensgewinne und -bewertungen auswirken. Es wird ein fünfstufiger Prozess beschrieben: Status Quo, Auslöserereignisse, Reaktion der Stakeholder, Unternehmensreaktion und regulatorische Reaktion sowie Innovation.



Quelle: Freiberg, Rogers, Serafeim


Der Rahmen verdeutlicht, dass ESG-Themen dann finanziell relevant werden, wenn es zu einer deutlichen Diskrepanz zwischen Unternehmenspraktiken und gesellschaftlichen Erwartungen kommt. Solche Diskrepanzen werden entweder durch verändertes Unternehmensverhalten oder durch neue gesellschaftliche Normen ausgelöst. Stakeholder wie NGOs und Medien reagieren darauf, indem sie Druck ausüben, was Unternehmen oft dazu zwingt, ihre Praktiken anzupassen. Wenn Unternehmen nicht in der Lage sind, sich selbst zu regulieren, können regulatorische Maßnahmen eingeführt werden, bspw. neue Industrienormen. Alternativ kann auch Innovation eine bedeutende Rolle spielen, indem neue Produkte oder Geschäftsmodelle entstehen, die die Diskrepanz verringern und so den Wettbewerb verändern.



Quelle: Freiberg, Rogers, Serafeim


Es wird betont, dass ESG-Themen dynamisch sind und sich im Laufe der Zeit entwickeln. Ein tiefgehendes Verständnis dieser Prozesse kann dabei helfen, effektivere Strategien für die Integration von ESG-Aspekten zu entwickeln. Regulierungen und Innovationen spielen dabei eine entscheidende Rolle, um die materielle Bedeutung von ESG-Themen zu verankern und langfristige Veränderungen zu bewirken.


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