Asset-Management-Industrie im Umbruch
Trotz des Wachstums der verwalteten Assets sanken die Erträge der globalen Asset-Management-Industrie im Jahr 2016, zeigt ein aktueller Marktbericht der Boston Consulting Group. Die globalen Assets under Management lagen per Ende 2016 bei 69,1 Billionen US-Dollar, ein Anstieg von 7 %, der im Wesentlichen auf Wertsteigerungen zurückzuführen ist, während die tatsächlichen Zuflüsse bei lediglich 1,5 % lagen. Ausnahmen hierbei stellen China und Brasilien dar, die deutliche Zuflüsse verzeichneten. Größter Markt für die Asset-Management-Branche ist Nordamerika mit 33 Billionen US-Dollar gefolgt von Europa (18,4). Trotz des AuM-Wachstums sanken die Netto-Erträge der Branche um 1 %, was u.a. auf den Trend von aktiv verwalteten in passive Produkte zurückzuführen ist. Unabhängig davon standen auch die Gebührenstrukturen durch Konkurrenz unter Asset Managern und regulatorische Entwicklungen unter Druck. Auf alternative Investments entfallen 42 % der gesamten Gebühren, obwohl sie nur 15 % der Asset under Management ausmachen. 
Quelle: BCG
Für die Ertragsgenerierung in der Zukunft sehen die Autoren fünf Faktoren als ausschlaggebend an: Wachstum in China, Produktinnovation, Implementierung neuer Technologien, Kostenreduzierung und Veränderungen der Geschäftsmodelle bzw. M&A. Vier strategische Empfehlungen werden erarbeitet: Investment Stars, also Strategien bzw. Produkte mit Alpha-Potenzial, die hohe Wachstumserwartungen und Marktanteile aufweisen, sollten mit starkem Innovationsfokus gefördert werden. Cash Cows, bei denen kein großes Wachstum mehr zu erwarten ist, sollten dagegen effizient verwaltet werden, um die notwendigen Erträge zu generieren. Aus Strategien mit abnehmenden Zuflüssen, die keine Alleinstellungsmerkmale aufweisen, ist ein Rückzug vorteilhaft. Neue Ideen und Strategien sollten in einem Umfeld schnellen Wandels in der Branche schnell evaluiert werden. Zuletzt gehen die Autoren auf das Thema M&A in der Branche ein, was vielfach eine attraktivere Option darstellen dürfte als organischer Wandel. Dabei müssen strategische Ziele allerdings klar definiert sein und die anschließende Integration mit strikter Disziplin verfolgt werden.
Quelle: BCG
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