Mehr Wirkung!?

Absolut|impact #04/2023}

Die Implementierung von ESG-Kriterien in die Kapitalanlage institutioneller Investoren hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Sustainable Finance als Oberbegriff für die Finanzierung nachhaltiger Technologien und die ökologisch-soziale Transformation der Realwirtschaft hat sich ebenfalls einen festen Platz auf der Agenda erobert. Leider ist es auch komplexer und vielschichtiger geworden und es scheint, dass vor lauter Regulationsanforderungen die realen Aktivitäten kaum nachziehen können. So entsteht vielfach der Eindruck, dass die konkrete Wirkung der als nachhaltig bezeichneten Investments nicht wirklich den proklamierten Anforderungen entspricht.

Die Ungeduld mancher Befürworter von nachhaltigen Investments führt im Extremen zu Greenwashing-Vorwürfen und zusätzlich zu einer falschen Erwartungshaltung an das, was Kapitalanlagen kurzfristig leisten können. Keine Taxonomie für die Finanzwirtschaft kann in kurzer Zeit die Transformation einer kohlenstoffbasierten Wirtschaft in eine nachhaltige und regenerative Kreislaufwirtschaft erreichen.

Nur Real- und Finanzwirtschaft gemeinsam und in Kombination mit einem gesamtgesellschaftlichen Konsens können diese notwendige langfristige Transformation schaffen. Kapital hat eine Lenkungswirkung, die Marktteilnehmer müssen aber die Freiheit haben, den eigenen nachhaltigen Weg im marktwirtschaftlichen Wettbewerb zu finden. Dazu gehört auch, negative externe Effekte in die Güterproduktion preislich zu internalisieren, wie z.B. beim CO2-Preis, der global und planbar sein sollte.

Die Transformation ist schon im Gang, wie die Beiträge zu Immobilien oder Agrivoltaik in dieser Ausgabe zeigen. Lassen Sie uns trotz der schwierigen Weltlage positiv bleiben.

Ellen Hörth
Chefredakteurin




Ausgabe: Absolut|impact #04/2023