Zukunft denken

Absolut|impact #01/2024}

Auch wenn immer wieder wichtige Gesetzesvorhaben gebremst, blockiert oder ausgesetzt werden, gibt es im Segment Sustainable Finance auch Fortschritte, was durch die Flut an schlechten Nachrichten oftmals überlagert wird. Die CSRD wird in diesem Jahr umgesetzt, das Thema ESG-Rating ist durch einen EU-Richtlinienentwurf einen Schritt weiter, das Lieferkettengesetz auf dem Weg. Über Standortpolitik wird viel diskutiert – und ja, es bedarf eines Bürokratieabbaus und pragmatischer Gesetzgebung.

Dennoch findet sich in Wirtschaft und Forschung immer öfter ein Mindset, das neue Wege aus den menschengemachten Krisen sucht und Lösungen vor allem über Innovationen anstrebt. Ein „weiter so" ist – mehr denn je – für die Finanzbranche, für Unternehmen und für Staaten keine tragfähige Überlebensstrategie. Notwendig sind also neue Ansätze, wie sie in dieser Ausgabe vorgestellt werden.

Klimarisiken werden inzwischen als Treiber aller anderen Risikoarten gesehen. Und es kommen neue hinzu, wie beispielsweise das Thema Biodiversitätsverlust, dessen Relevanz immer deutlicher wird. Erfreulicherweise richten große Pensionskassen und Versicherer ihre Asset-Allokation zunehmend an Nachhaltigkeitszielen aus.

Auf der anderen Seite hat die Zinswende wieder festverzinsliche Anlagen ins Spiel gebracht, wodurch Kapital aus den Private Markets abgezogen wird. Gerade in den Sektoren Real Estate und Infrastruktur gibt es aber weiterhin viel Handlungs- und Finanzierungsbedarf. Schon aus Klimaschutzgründen sollte also eine breite Diversifizierung der Anlagen angestrebt werden.

Ellen Hörth
Chefredakteurin




Ausgabe: Absolut|impact #01/2024