02.08.2012 | Studie

Zweckfördernde Anlagen als Renditequelle für Stiftungen

Stiftungen investieren bislang offenbar weitaus weniger stark zweckorientiert als angenommen. Eine aktuelle Studie des Bundesverbands Deutscher Stiftungen untersucht das wirkungsorientierte Anlageverhalten und die Rolle des "Mission Investing" im deutschen Stiftungssektor. Demnach legen bei der nachhaltigen Kapitalanlage nur 11% der befragten Stiftungen ein großes Gewicht auf damit verbundene Effizienzsteigerungen ihrer eigentlichen Stiftungsarbeit. Auch soziale, ökologische und ethische Kriterien (ESG) spielen derzeit nur eine untergeordnete Rolle bei der Kapitalanlage. Über 72 % der Umfrageteilnehmer geben an, ESG-Kriterien de facto nicht zu berücksichtigen. Weitere 7 % geben den Anteil ihres Stiftungskapitals, das ESG-gerecht angelegt wird, bei unter 10% an. Jede zweite Stiftung möchte in Zukunft jedoch stärker zweckbezogen investieren.


Quelle: BVDS

Insbesondere vor dem Hintergrund sinkender Kapitalerträge und niedriger Realzinsen sieht der Bundesverband hier einerseits großes Renditepotenzial und andererseits eine mögliche Steigerung der Förderausgaben durch Mission Investing. So rechnet die Studie vor, dass allein mit einer stärker zweckorientierten Kapitalanlage die jährliche Fördersumme um bis zu 300 % gesteigert werden könnte. Gleichzeitig zeigen die Erfahrungen der befragten Stiftungen, dass mindestens genauso gute Renditen wie mit herkömmlichen Anlagevehikeln erzielt werden.

Der Begriff Mission Investing ist noch nicht abschließend definiert. Zweckbezogenes Investieren findet an der Schnittstelle von Kapitalanlage und Förderungsvergabe statt, bezeichnet also solche Finanzinvestitionen, die einerseits die Ziele der Stiftung unterstützen und andererseits das Kapital erhalten und Erträge generieren. Neben nachhaltigen Geldanlagen (SRI) zählt dazu vor allem proaktives Investieren (Impact Investing).

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