03.12.2014 | Research

Zusammenhang von CSR-Reporting und Aktien-Performance

Je umfangreicher Unternehmen über ihr Engagement im CSR-Bereich berichten, umso besser ist die Performance dieser Unternehmen, zeigt ein Forschungspapier von Professor Dr. Wolfgang Drobetz von der Universität Hamburg in Zusammenarbeit mit Andreas Merikas, Anna Merika und Mike Tsionas am Beispiel der Schifffahrtsbranche. Hierzu stützen sich die Autoren auf ein Sample von 118 an internationalen Börsen gelisteten Schifffahrtsunternehmen mit 8850 Schiffen im Zeitraum 2002 bis 2010. Untersucht wird diese Auswahl auf 23 verschiedene CSR-Faktoren, darunter die Veröffentlichung von Informationen zu Arbeitsunfällen, Sponsoring, Umweltschutz und dem Recycling alter Schiffsteile. Bei einer rein deskriptiven Betrachtung zeigt sich, dass sich die Häufigkeit der CSR-Reportings zu den verschiedenen Faktoren über den Beobachtungszeitraum nahezu verdoppelt hat und mittlerweile zu einer Norm für Schifffahrtsunternehmen geworden zu sein scheint.


Quelle: Drobetz, Merikas, Merika, Tsionas (2014)

Ökonometrisch ergibt sich dabei ein signifikant positiver Zusammenhang von CSR-Reporting und Firmengröße sowie der Konzentration der Eigentümerstruktur. Negativ wirkt dagegen der Einfluss hoher Verschuldung auf das CSR-Reporting. In einer weitergehenden Analyse der Daten finden die Autoren einen ebenfalls positiven Zusammenhang zwischen dem Grad des CSR-Reportings und der Unternehmensperformance. Um die Robustheit dieser Ergebnisse zu überprüfen wiederholen die Autoren ihre Schätzungen mit dem Return on Assets als Performance-Maßzahl. Überraschenderweise ist der CSR-Einfluss hier auf Unternehmensebene nicht mehr so eindeutig: Bei knapp der Hälfte der untersuchten Unternehmen ist das Verhältnis negativ. Ein großer Anteil dieses Resultats lässt sich allerdings durch die Flaggennation sowie den Ort des Börsenlistings der Unternehmen erklären.

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