Credit Suisse Jahrbuch 2016: Zinsentwicklung belastet langfristige Renditeerwartung
Die Credit Suisse hat in Zusammenarbeit mit der London Business School im „Credit Suisse Global Investment Returns Yearbook 2016“ die längerfristige Renditeentwicklung von Aktien und Anleihen in 26 Staaten weltweit untersucht. Angesichts der Aussicht weiterer Zinssteigerungen in den USA werden zunächst die Auswirkungen von Zinsveränderungen auf die Kapitalmärkte analysiert. Wenig überraschend zeigen die Autoren, dass Zinsanstiege tendenziell sowohl die Equity als auch die Bond-Märkte unter Druck setzen. Die Auswirkungen am Ankündigungstag sind zwar relativ gering, da die Marktteilnehmer die Änderungen normalerweise bereits antizipiert und eingepreist haben. Wird jedoch der Zeitraum von 40 Tagen um den Ankündigungstermin betrachtet, fallen die negativen Auswirkungen stärker ins Gewicht. Im zweiten Schritt werden die Auswirkungen von Zinsänderungen auf die Asset-Performance über längere Zinszyklen betrachtet.
Quelle: Credit Suisse
Anschließend analysieren die Autoren drei große Wirtschaftskrisen auf Gemeinsamkeiten und versuchen, daraus die zukünftige Entwicklung der Märkte abzuleiten. Die lateinamerikanische Schuldenkrise der 1890er, die große Depression der 1930 und die Finanzkrise 2008/09 implizieren für das kommende Jahrzehnt eine langsame und stetige Reflation mit lang- und kurzfristigen Zinssätzen unterhalb der BIP-Wachstumsrate. Gerade im Bereich der hochwertigen Anleihen wird von einem anhaltenden Null- bzw. Negativzinsszenario ausgegangen. Bei Aktien wird von einer Rendite von 4 bis 6 % vermutet. Ein normales gemischtes Portfolio dürfte sich im kommenden Jahrzehnt also bei einer Rendite von 1 bis 3 % bewegen.
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