21.07.2009 | 

World Wealth Report 2009 mit strukturellen Veränderungen

Das Jahr 2008 war von außerordentlich hoher Volatilität geprägt; die Zahl der vermögenden Privatpersonen (high net worth individuals, HNWIs) ist in diesem Zeitraum weltweit gegenüber dem Vorjahr um 14,9 % zurückgegangen; die Zahl der besonders vermögenden Privatpersonen (ultra high net worth individuals, Ultra-HNWIs) fiel um 24,6 %.  Dies geht aus dem von Merrill Lynch Global Wealth Management und Capgemini vorgelegten 13. World Wealth Report hervor, der jährlich veröffentlicht wird.

Im Zuge des Markteinbruchs ging die Aktienquote dieser Anlegergruppen gegenüber dem Vorjahr stark zurück. Ende 2008 betrug sie lediglich 25%, während sie 2007 noch 33% betrug. Demgegenüber nahm die Quote an festverzinslichen Anlagen (Anleihen und Geldmarkt) zu. Sie stieg von 44% im Jahr 2007 auf 50% im Jahr 2008. Diese Änderungen in den Portfolios sind einerseits durch den Wertverlust der Aktienpositionen im Verhältnis zu Anleihen zu sehen, andererseits drücken die geänderten Portfoliogewichte eine erhöhte Risikoaversion der Anleger aus. Dementsprechend wird auch bis 2010 damit gerechnet, dass die Quote sicherer Anlagen bei 50% konstant bleibt.

Der Anteil an Immobilien stieg trotz der Immobilienkrise von 14% auf 18%, für die Zukunft wird allerdings mit einer Reduzierung der Immobilienquote auf 15% gerechnet, wofür vor allem eine Reduzierung der REIT-Quote verantwortlich sein wird. Auf Interesse bei den Anlegern ist hingegen Farmland gestoßen, etwa 15% des Real-Estate-Bestands setzen sich aus Farmland Investments zusammen. Der Bestand an Alternative Investments ging im Jahr 2008 von 9% auf 7% zurück. Ein Viertel der Alternatives ist in Hedgefonds investiert, 13% in Commodities, 14% in FX-Investments und 21% in kapitalgesicherte, strukturierte Produkte.

Quelle: World Wealth Report 2009

Im Zuge der Verwerfungen an den Kapitalmärkten fiel die Zahl der vermögenden Privatpersonen und der Wert ihres Vermögens demnach unter die Marken von 2005.  Analog zur Anzahl der HNWIs sank ihr Vermögen um 19,5 % auf 32,8 Bill. USD. Dieser Rückgang machte das  Wachstum der Jahre 2006 und 2007 zunichte. Sowohl die Zahl der HNWIs als auch ihr Vermögen unterschritten die Werte, die Ende 2005 erreicht waren.


Quelle: World Wealth Report 2009

Nach wie vor finden sich in ganz bestimmten Regionen die prozentual größten Gruppen von HNWIs. Hier sind insbesondere Nordamerika, Asien und Europa zu nennen. Nach Ländern führen die USA, Japan und Deutschland: Zusammen leben 2008 hier 54 % der HNWIs weltweit, ein geringfügiger Anstieg gegenüber 2007 (53,3 %). Chinas HNWIs überholten zahlenmäßig Großbritannien; sie rangieren weltweit an vierter Position. Hongkong verzeichnete den stärksten Rückgang der HNWIs um 61,3 % auf aktuell 37.000 HNWIs. In den USA war ein Rückgang der Anzahl HNWIs um 18,5 % zu beobachten. Dennoch leben hier mit 2,5 Millionen oder 28,7 % weiterhin die meisten HNWIs weltweit.

In Deutschland sank die Zahl der HNWIs im Jahre 2008 um 2,7% auf 809.700 von 832.600 im Jahre 2007. Hauptgründe waren der Rückgang des Bruttosozialprodukts um 1,3 % und der Verfall der Marktkapitalisierung im DAX (minus 47,2 % 2008 nach einem Plus von 28,5 % im Jahr 2007). Als Reaktion auf die Finanzkrise schraubten die Deutschen ihre Sparquote in die Höhe: sie stieg 2008 auf 26,1 % des Bruttosozialprodukts von 25,4 % im Jahr zuvor.

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