10.02.2022 | Studie

World Economic Forum untersucht globale Risikolage

Auch 2022 dominieren die ökonomischen und sozialen Folgen der Corona-Pandemie die globale Risikowahrnehmung zeigt die diesjährige Studie des World Economic Forums. Die ungleiche Verfügbarkeit von Impfstoffen und der damit verbundene ungleiche wirtschaftliche Aufschwung drohen soziale Brüche und geopolitische sowie ökonomische Spannungen zu verstärken, analysieren die Autoren. Die steigende globale Divergenz wird die internationale Koordination, die zur Bewältigung gemeinsamer Herausforderungen, wie bspw. im Klimaschutz, nötig ist, weiter erschweren.


Quelle: World Economic Forum (WEF)

Über einen Zeithorizont von 10 Jahren überwiegen dagegen Umweltrisiken. Die Top-3-Risiken mit langfristigem Potenzial sind ausnahmslos Umweltrisiken: Versagen der Klimamaßnahmen, extreme Wetterereignisse und der Verlust der biologischen Vielfalt. Die Befragten nannten auch Schuldenkrisen und geoökonomische Konfrontationen als weitere signifikante Risiken in den nächsten 10 Jahren. Die Staatsverschuldung stieg im Jahr 2020 weltweit um 13 Prozentpunkte auf 97 % des BIP. Die bereits angespannten öffentlichen Finanzen in den Entwicklungsländern sind damit einem erhöhten Risiko durch Schuldenabbau und eine Aufwertung des US-Dollars ausgesetzt, was die Befragten sowohl kurz- als auch langfristig als potenziell großes Risiko einstufen. Schuldenüberhänge werden es den Ländern erschweren, mit den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie umzugehen und einen sozial gerechten Netto-Null-Umstieg zu finanzieren.


Quelle: World Economic Forum (WEF)

Die Erosion des sozialen Zusammenhalts ist laut Bericht das Risiko, das seit Beginn der Pandemie weltweit am stärksten an Bedeutung gewonnen hat. In 31 der 124 untersuchten Länder – darunter den G20-Staaten Argentinien, Frankreich, Deutschland, Mexiko und Südafrika – wurde dieses Risiko als eine der zehn größten kurzfristigen Bedrohungen angesehen.


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