26.01.2015 | Märkte

Weltweites Bevölkerungswachstum nimmt ab

Standard Life Investments befasst sich in einer aktuellen Studie mit der demographischen Entwicklung und deren Auswirkungen in Industrie- und Entwicklungsländern. Global hat sich das Bevölkerungswachstum seit den späten 1960er Jahren von 2 % auf 1,1 % abgeschwächt; bis Mitte des Jahrhunderts wird mit einem weiteren Rückgang auf 0,5 % gerechnet. Dabei bestehen jedoch deutliche Unterschiede zwischen den Regionen. In Europa sinkt die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter bereits. Dies hat zur Folge, dass zur Erzielung eines gleich hohen Wirtschaftswachstums mehr investiert werden muss bzw. die Produktivität steigen muss. Gleichzeitig wirkt sich eine alternde Bevölkerung durch höhere Kosten für Gesundheit und Rentenzahlungen negativ auf die öffentlichen Finanzen aus.


Quelle: Standard Life Investments

In Deutschland kehrt sich der bisherige Trend der schrumpfenden Bevölkerung allmählich wieder um, was im Wesentlichen auf Einwanderung in Folge der positiven wirtschaftlichen Entwicklung zurückzuführen ist. In den südeuropäischen Krisenstaaten dagegen nimmt die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter weiter ab. Anders als innerhalb der USA sind die Migrationsbewegungen innerhalb der EU jedoch nur sehr schwach ausgeprägt, was auch in Sprachbarrieren begründet liegt. Die USA weisen ein höheres Wachstum der Bevölkerung auf als andere Industrieländer. Dennoch kommen auf die Fiskalpolitik Herausforderungen zu, da bislang kaum bzw. falsche Schritte unternommen wurden, die Staatsfinanzen an die zukünftige Bevölkerungsentwicklung anzupassen. So rechnen die Autoren mit einer deutlichen Zunahme der Kosten für soziale Sicherheitssysteme und staatliche Gesundheitsfürsorge.


Quelle: Standard Life Investments

Eine Reihe von Entwicklungs- und Schwellenländern ist ebenfalls an dem Punkt angelangt, an dem der Anteil älterer Menschen ansteigt bzw. die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter sinkt. Hierzu zählen China, Brasilien und Thailand.

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