30.05.2005 | 

Watson Wyatt - Rasantes Wachstum bei Hedge-Fonds - Gute Manager immer schwieriger zu finden

Das britisch-amerikanische Consulting-Unternehmen Watson Wyatt setzt sich in  seiner aktuell erschienenen Studie ?Capacity in the hedge fund industry?  mit den Auswirkungen des rasanten Wachstums der Hedgefonds-Industrie auseinander. Watson Wyatt kommt zu dem Schluss, dass es zwar schwieriger wird, Top-Manager bzw. Top-Fonds auszuwählen, es aber für diese weiterhin eine Vielzahl interessanter Strategien gibt, um überdurchschnittliche Renditen zu erzielen.

In vergangenem Jahr war der Studie zufolge bereits ein Rückgang der Renditen bei den Hedge-Fonds zu verzeichnen, was allerdings auch auf die geringere Volatilität und den Mangel an größeren Marktumschwüngen zurückzuführen war. Die Studie beleuchtet aufbauend auf Untersuchungen der letzten sechs Monate die zukünftige Entwicklung von Hedge-Fonds aus vier Perspektiven:

  • Marktchancen (market opportunity)
  • Managerfähigkeiten (manager opportunity)
  • Dachfonds-Managerfähigkeiten (Fund of  hedge fund manager opportunity)
  • Rendite/Risiko-Anforderungen (return/risk requirements)

In einem idealen Markt für Hedge-Fonds gibt es seine Vielzahl unterschiedlichster Teilnehmer mit differenzierten Strategien. Watson Wyatt untersucht den Anteil und die Umsätze von Hedge-Fonds in verschiedenen Aktien- und Rentenmärkten. Die Schätzungen zeigen, dass Hedge-Fonds im Aktienbereich keine dominante Stellung einnehmen. Sie seien nur für rund 1,5 Prozent der Marktkapitalisierung und 10-30% des Umsatzes verantwortlich. Da viele verschiedene Aktien-Strategien verfolgt werden, sollten immer noch Chancen in einigen Nischen bestehen. Im Rentenbereich seien Hedge-Fonds weniger aktiv als bei Aktien, so Watson Wyatt weiter. Die Manager setzten hier eher auf wenige gleichartige Strategien, was die Chancen für Arbitragegewinne erheblich schmälere. Der Makrobereich wiederum biete größere Chancen, da hier eine Vielzahl von Märkten zur Verfügung stehe. Auf der anderen Seite würden jedoch bei den Strategien Convertible Bonds und Distressed Debt nur von den besten Fondsmanagern überdurchschnittliche Renditen erzielt werden können. Als Ergebnis konstatiert Watson Wyatt: ?Hedge-Fonds dominieren den Markt nicht so stark, das sie Opfer ihres eigenen Erfolges geworden sind.? Für qualifizierte Hedgefonds-Manager sollte es somit weiterhin möglich sein, eine Vielzahl von Marktchancen zu finden.

Watson Wyatt schätzt, dass es  5 ? 10 Prozent hoch qualifizierte Hedgefonds-Manager gibt, die signifikante Wertsteigerungen nach Abzug von Gebühren erzielen können. Es stehen laut Studie somit weltweit 300 - 600 Top-Manager zur Verfügung, die zusätzlich zwischen 75 und 150 Milliarden US-Dollar verwalten können. Aufgrund des starken Mittelzuflusses in Hedge-Fonds (rund 200 - 250 Milliarden in 2004) werde es zunehmend schwieriger, die guten Fondsmanager zu finden.

Die vorliegende Studie zeigt bei den besten Dachfonds-Managern einen Mittelzufluss von 33 Prozent in den ersten sechs Monaten des Jahres 2004. Sowohl der Renditeunterschied zwischen den besten und den schlechtesten Managern als auch die absoluten Erträge schrumpften, so Watson Wyatt. Bisher seien jedoch keine Einbußen bei der Managementqualität zu sehen. Die freien Anlagekapazitäten von qualitativ guten Single-Hedgefonds, in die Dachfondsmanager investieren können, sind jedoch beschränkt. Nur durch die Auflegung von neuen Single-Hedgefonds könne die Nachfrage teilweise befriedigt werden. Allerdings bestünde die Schwierigkeit für die Dachfonds-Manager darin, den Marktüberblick zu behalten. Dies impliziere, dass Wachstumsmanagement in der Zukunft eine entscheidende Rolle spielen werde. Watson Wyatt geht von leicht fallenden Renditen (Libor + 4-5%) im Vergleich zu den Vorjahren (Libor + 6%) aus.

Die benötigte Rendite, damit Hedge-Fonds auch zukünftig zur Portfoliobeimischung für Pensionsfonds interessant bleiben, errechnet Watson Wyatt mit 2,5 ? 3 Prozent pro Jahr. Ab dieser Rendite sei unter bestimmten Annahmen eine Effizienzsteigerung des Portfolios durch die Beimischung von Hedge-Fonds möglich. Beruhend auf den Renditeannahmen des vorherigen Abschnitts bleiben Investments in Hedge-Fonds aus Rendite/Risiko-Gesichtspunkten weiterhin interessant.

 

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