02.03.2021 | Märkte

Wasserstoff als Baustein der europäischen Energiewende

Wasserstoff soll bis 2030 ein integraler Teil der europäischen Energiesysteme werden. Candriam skizziert in einem Bericht die Relevanz von Wasserstoff für die Energiewende und stellt zentrale Technologien sowie Faktoren vor, die eine Entwicklung des Segments unterstützen.
Wasserstoff (H2) ist sehr attraktiv für die Energieerzeugung und den Transportsektor, da er mehr Energie pro Masseeinheit als Erdgas beinhaltet. Als das leichteste chemische Element mit geringer Dichte wird ein größeres Volumen von H2 benötigt als von traditionellen Kraftstoffen, um die gleiche Menge Energie zu produzieren. H2 ist in Verbindung mit anderen chemischen Stoffen zwar im Überfluss auf der Erde vorhanden, jedoch ist das pure Gas (H2) schwer zu finden bzw. zu extrahieren. Das Abfallprodukt der Verbrennung von Wasserstoff ist lediglich Wasser.

Wasserstoff kann auf zwei Arten hergestellt werden: durch Extraktion aus fossilen Brennstoffen oder durch Elektrolyse, ein Prozess chemischer Dekomposition. Meist wird die Extraktion unter Verwendung fossilen Brennstoffs durchgeführt und der Prozess setzt CO2-Emissionen frei. Auch wenn die Extraktion nicht sehr umweltfreundlich ist, stellt sie derzeit die meistverwendete Methode dar. 6% des Erdgas- sowie 2% der Kohlekonsums weltweit können auf die Wasserstoffproduktion zurückgeführt werden sowie 830 Millionen Tonnen CO2-Auststoß pro Jahr. Die Elektrolyse kann als grünes Verfahren bezeichnet werden, solange im Prozess erneuerbare Energie zum Einsatz kommt. Somit bestimmt die Art der verwendeten Elektrizität den CO2-Fußabdruck. Rund 1,5% der gesamten Wasserstoffproduktion erfolgt durch Elektrolyse.


Quelle: Candriam (2020)

Mit der Weiterentwicklung der Technologien, die zur Gewinnung von Wasserstoff eingesetzt werden, rückt eine großflächige und kostengünstige Produktion in die nähere Zukunft. Dadurch avanciert Wasserstoff zu einem wichtigen Baustein in der Bereitstellung „sauberer Energie“, was sich auch auf den Märkten widerspiegelt. Unternehmen, die Wasserstoff-Technologien entwickeln, konnten 2020 einen massiven Investitionsboom erleben. Der Preis von Aktien der Schlüsselunternehmen ist durchschnittlich um 300% gestiegen.


Quelle: Candriam (2020)

In der EU soll bis 2030 mindestens 40 GW Wasserstoff durch Elektrolyse hergestellt werden, die gesamte Produktion soll bis zu 10 Millionen Tonnen betragen. Dafür möchte die EU nationale und europäische Finanzierungsmöglichkeiten mit den Mitteln des privaten Sektors kombinieren.


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