Wachstum passiver Investments - Vorteile und Risiken
FTSE Russell hat in einer Marktanalyse vom September 2017 das Wachstum passiver Investments im Zeitraum 1998-2016 untersucht. Zudem werden die Vorteile und Probleme dieser Investments beleuchtet. Demnach hat der Anteil passiver Investments im US-Aktienmarkt, die von den Autoren als Indexfonds und ETFs auf klassische marktkapitalisierungsgewichtete Indizes definiert werden, von 12 auf 46 % zugenommen. Eine ähnliche Entwicklung lässt sich für den ETF-Anteil innerhalb der passiven Investments beobachten. Während zu Beginn des Betrachtungszeitraumes (Jan. 1998) der ETF-Anteil noch vernachlässigbar gering war, betrug er Ende 2016 40 %. 
Quelle: Morningstar
Positive Aspekte der passiven Instrumente sind neben niedrigeren Gebühren und höherer Netto-Performance eine Verringerung der Gebühren im Bereich aktiver Manager, ein Rückgang der Produkte, die trotz aktiven Ansatzes sehr indexnah gemanagt werden, und eine gesteigerte Performance der Manager mit einer tatsächlich aktiven Strategie.
Als negativ eingestuft werden die potenziellen Probleme bei der Corporate Governance und Störungen bei der Preisfindung. Passive Anleger, die Unternehmen nicht aufgrund idiosynkratischer Eigenschaften erwerben, haben auf den ersten Blick geringere Anreize, die Governance ihrer Portfoliounternehmen zu überwachen und Einfluss auf das Management zu nehmen. Gerade diese Bedenken haben dazu geführt, dass die Anbieter passiver Produkte einen aktiveren Ansatz beim Monitoring der Corporate Governance verfolgen. Hinzu kommt, dass auch die Vorgaben der Indexanbieter bezüglich Governance einen positiven Einfluss haben können.
Die eingeschränkte Preisfindung basiert darauf, dass passive Investoren keine Einzeltitel aufgrund ihrer Erwartungen kaufen oder verkaufen. Zwar hat die Dispersion, d.h. die Unterschiede in den Preisbewegungen von Einzeltiteln, im US-Aktienmarkt abgenommen, jedoch kann nur ein kleiner Teil dieser Entwicklung durch das Wachstum passiver Investments erklärt werden, so dass die Autoren Analyse hier weiteren Untersuchungsbedarf sehen. 
Quelle: FTSE Russell
Auf die gesamtwirtschaftlichen Folgen der wachsenden Beliebtheit von ETFs und Indexfonds geht auch Renaud de Planta, Chairman von Pictet Asset Management und Pictet Group Managing Partner, in seinem Kommentar in Ausgabe 3|2017 des Absolut|report ein. De Planta hinterfragt, ob die Vorteile passiver Produkte letztlich Bestand haben können. Der Kommentar kann hier frei heruntergeladen werden.