Verwendung der Emissionserlöse grüner Bundeswertpapiere
Der Bund plant die Entwicklung des Marktes für nachhaltige Staatsanleihen aktiv mitzugestalten. Das zeigt das Bundesfinanzministerium in dem Allokationsbericht für grüne Bundeswertpapiere. Damit wird Transparenz über die nachhaltigen Projekte bzw. Ausgaben geschaffen, die den Emissionserlösen der grünen Bundeswertpapiere zugeordnet werden können.
Seit 2020 begibt der Bund grüne Wertpapiere, um die Nachhaltigkeit im Finanzmarkt voranzutreiben. Die Grundlage zur Berechnung der förderfähigen Ausgaben sind die Bundesausgaben des vorangegangenen Jahres, hier also 2019. Die förderfähigen Ausgaben (grünen) Ausgaben beliefen sich auf 12,3 Mrd. Euro und wurden nach strengen Maßstäben ausgewählt. Von den gesamten grünen Ausgaben wurden 11,5 Mrd. € für die Emission der Green Bonds 2020 berücksichtigt und anteilig auf zwei Wertpapiere aufgeteilt: die 10-jährige Grüne Bundesanleihe (Grüner Bund) mit Fälligkeit im August 2030 und einem Emissionsvolumen von 6,5 Mrd. EUR sowie die 5-jährige Grüne Bundesanleihe (Grüner Bobl) mit Fälligkeit im Oktober 2025 und einem Emissionsvolumen von 5 Mrd. Euro. Die Allokationen sind auf fünf Sektoren aufgeteilt und den entsprechenden sechs europäischen Umweltzielen, die in der EU-Taxonomie genannt werden, zugeordnet. Finanziert wurden vor allem Unternehmungen aus den Sektoren Transport, Internationale Zusammenarbeit und Energie.
Allokation - Aufteilung nach Sektoren

Quelle: Bundesfinanzministerium (2021)
Eine externe Validierung wurde durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte durchgeführt. Die Wirkung der grünen Ausgaben auf Umwelt und Klima wird in einem Wirkungsbericht evaluiert, der voraussichtlich 2022 erscheint.
Die Green Bonds trafen sowohl bei nationalen als auch internationalen Investoren auf große Nachfrage. Für die Begebung wurde eine spezielle Emissionsstrategie entwickelt. Bei dem Zwillingskonzept ist jedes Grüne Bundeswertpapier mit gleichen Eigenschaften wie ein bereits ausgegebenes konventionelles Wertpapier ausgestattet, was die Bonds vergleichbar macht. Somit lassen sich die Prämien ablesen, die Investoren bereit sind zu zahlen. Die Rendite liegt aktuell zwischen drei bis fünf Basispunkten. Der Grüne Bund weist eine Rendite von -0,463 % vor, einen Basispunkt unter der Rendite der konventionellen Zwillingsanleihe. Der Grüne Bobl wurde zu einem Durchschnittspreis von 104,27% gehandelt, was einer Rendite von -0,85% entspricht, und lag damit leicht über dem Sekundärmarkt-Marktpreis des konventionellen Zwillings.
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