27.08.2013 | Studie

Versicherungen und ihre Rolle als Investoren

Mit rund 8,5 Bill. Euro Assets under Management im Jahr 2012 handelt es sich bei den Versicherungsunternehmen um die größten institutionellen Investoren Europas, zeigt eine kürzlich veröffentlichte gemeinschaftliche Studie von Oliver Wyman und  Insurance Europe, dem Dachverband der nationalen europäischen Versicherungsverbände.  


Quelle: Insurance Europe

Mehr als 75 % der Assets von Versicherern sind in Anleihen und Aktien investiert, wobei sich die Zusammensetzung auf Unternehmensebene stark unterscheiden kann und abhängig ist von den jeweils angebotenen Versicherungsprodukten sowie nationalen Besonderheiten. Bedingt durch den langfristigen Charakter ihrer Verbindlichkeiten sind viele Versicherer in der Lage, langfristiger und illiquider als beispielsweise Banken zu investieren und daraus resultierende Risikoprämien zu realisieren. Hinzu kommen Diversifikationsaspekte nicht nur über verschiedene Asset-Klassen, sondern auch über variierende Zeithorizonte.


Quelle: Insurance Europe

Durch die in Basel III festgelegten strengeren Kapitalvorschriften für Banken wird damit gerechnet, dass die Institute zunehmend gezwungen sein werden, ihre Kreditvergabe einzuschränken, wodurch sich die Bedeutung der Versicherer als Finanzierer der Realwirtschaft erhöht. Vor diesem Hintergrund sind die Bestimmungen des Solvency-II-Regelwerks bzgl. Der Kapitalanforderungen und Bewertungsmaßstäbe für Versicherer kritisch zu sehen, da vor allem langfristige Investments benachteiligt werden. Problematisch ist zudem, dass nicht zwischen Assets Held-to-Maturity und Handelspositionen unterschieden wird. Unter diesem Gesichtspunkt wird Solvency II dem Anforderungsprofil vieler Versicherer nicht gerecht und dürfte sogar zu einem Anstieg der Volatilität innerhalb der Versicherungsbilanzen führen.

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