15.10.2003 | 

Versicherungen sollen Alternative Investments mit mehr Eigenkapital unterlegen

Nach Angaben des Handelsblatts droht den deutschen Versicherungen ein Rückschlag bei ihren Hedgefonds-Plänen. In Ihrem Bemühen um eine höhere Hedgefonds-Quote in der Vemögensaufteilung könnten die Versicherer durch die Ratingagenturen ausgebremst werden. Spätestens Anfang 2004 wollen diese für Hedgefonds-Investitionen eine höhere Eigenkapitalunterlegung fordern als für Aktieninvestments.

Nach Aussagen von Dirk Söhnholz, Geschäftsführender Partner bei Feri Trust GmbH und Vorstand des Bundesverbands Alternative Investments (BAI), sei dies nicht gerechtfertigt. In der Branche wird bestritten, dass Hedgefonds eine höhere Volatilität ? und damit ein höheres Risiko ? als Aktien aufweisen. Dies gelte vor allem für Dachfonds, in denen das Risiko entsprechend gestreut werde.

Ein Sprecher der Ratingagentur Fitch bestätigte gegenüber dem Handelsblatt jedoch, dass man für Hedgefonds-Investments größere Risiken sehe als bei Aktien. Die Analysten von Fitch wollen Hedgefonds-Investitionen der Assekuranz nach dem Muster des so genannten Stresstests analysieren und auf ihr maximales Risiko in stark schwankenden Märkten untersuchen.

Bei Moody?s Investor Service werde für das Rating der Versicherer in Bezug auf deren Hedgefonds-Investitionen eine Kombination aus qualitativer und quantitativer Information gewählt. Auch nach Aussagen von Moody?s weisen Hedgefonds-Investments höhere Risiken auf als Aktien. Größere Hedgefonds-Investitionen der Versicherer erforderen daher eine höhere Eigenkapitalunterlegung.

Problematisch für die Agenturen sei die geringe Transparenz der Hedgefonds. Bei detaillierter Prüfung solcher Investments durch institutionelle Anleger dürften die Agenturen viel Arbeit haben, äußerte sich Dr. Florian Schultz von Linklater Oppenhoff & Rädler gegenüber dem Handelsblatt kritisch.

 

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