21.11.2013 | Studie

Versicherer bereiten sich auf Kurswechsel vor

Die Versicherungsindustrie ist einer Studie von BlackRock zufolge aufgrund der strengeren Regulierungsvorschriften, niedrigen Zinsen und erhöhten Marktschwankungen gezwungen, sich intensiver mit ihren Investmentstrategien und -risiken auseinanderzusetzen. Infolgedessen setzen Versicherungsgesellschaften vermehrt auf Strategien mit taktischer Asset-Allokation und breiter diversifizierten Portfolios, um die notwendigen Erträge zu generieren und sich gegenüber Marktrisiken abzusichern. Dabei spielen vor allem Allokationen in höher verzinsliche Wertpapiere wie Loans und Anleihen mit niedrigerem Rating sowie illiquidere Strategien eine Rolle. 47 % der befragten Versicherer nutzen bereits taktische Strategien und 48 % diversifizieren ihr Portfolio über alle Asset-Klassen, inklusive Derivate und alternative Assets.


Quelle: BlackRock

Knapp drei Viertel der befragten Versicherer sehen jeweils das niedrige Zinsumfeld und die strengeren Regulierungsvorschriften als die kritischsten Treiber für einen Wandel in der Versicherungsindustrie, während 35 % die gestiegenen Kapitalkosten und 11 % den demographischen Wandel nennen. Neben der Problematik, dass höher verzinsliche Anleihen nach ihrer Fälligkeit durch Anleihen mit niedrigerem Zins ersetzt wurden, besteht aufgrund der Quantitative-Easing-Programme ein geringeres Angebot an festverzinslichen Wertpapieren, die für Versicherungen verfügbar sind. Der Markt für MBS-Papiere und mit Credit Default Swaps strukturierten Anleiheprodukten ist längst nicht mehr so groß wie vor der Finanzkrise. Unternehmensanleihen hingegen verbuchen Rekordbestände, was jedoch der Refinanzierung existierender Schulden seitens der Unternehmen geschuldet ist.


Quelle: BlackRock

Auf die Frage, welche Maßnahmen nach der Ankündigung seitens der Zentralbanken, zukünftig die expansive Geldpolitik zurückzufahren, von den Versicherungen getroffen werden sollen, kristallisiert sich die Verkürzung der Duration in Erwartung steigender Zinsen als die wichtigste heraus. Des Weiteren werden neben einem höheren Kredit-Exposure eine verstärkte Nutzung von Absolute-Return-Strategien und ein erhöhter Einsatz von Derivaten genannt.
Die Umfrage wurde zwischen April und Mai 2013 unter mehr als 200 Versicherungsgesellschaften weltweit durchgeführt. Eine weitere Umfrage fand im Juli 2013 nach der Ankündigung der Federal Reserve mit etwa der Hälfte der ursprünglichen Teilnehmer statt.

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