U.S.-Untersuchungsbericht zur Finanzkrise veröffentlicht
Die "National Commission on the Causes of the Financial and Economic Crisis in the United States" hat ihren finalen Bericht zu den Ursachen und Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise in den USA veröffentlicht. Die Kommission kommt in ihrer 662 Seiten umfassenden Stellungnahme zu dem Schluss, dass die Krise vermeidbar gewesen wäre. Die fünf Gründe für Ausbruch und Intensität waren:
1. Weitgehende Fehler der Aufsichtsbehörden bei der Regulierung und der Federal Reserve.
2. Das Versagen der Corporate Governance in Finanzinstitutionen, die zu viele Risiken in Kauf genommen hätten.
3. Zu hohe Verschuldung der Haushalte und Wall-Street-Institutionen.
4. Versagen der Politik in der Krisenbekämpfung.
5. Systemische Lücken bei Rechenschaftspflichten und ethischem Verhalten im Wirtschaftssystem.
Zur Krise lieferten zudem sinkende Standards bei Mortgage-Backed Loans, der exzessive Einsatz von OTC-Derivaten und das Versagen der Rating-Agenturen signifikante Beiträge.
In diesem Zusammenhang oft zitiert und für das tiefere Verständnis hilfreich ist ein Bericht der Federal Reserve Bank of New York zum Schattenbankensystem (Shadow Banking). Schattenbanken sind Finanzmarktteilnehmer, die ohne Zugang zur Liquidität der Zentralbank oder zu Garantien des Staates Liquiditäts-, Fristen- und Kredittransformationen vornehmen. Dies trifft beispielsweise auf Hedgefonds, Geldmarktfonds, Finanzunternehmen und strukturierte Vehikel zu.
Das Intermediationsvolumen des parallelen Bankensystems wird auf die gleiche Höhe wie das Volumen im eigentlichen Bankensystem geschätzt. Aufgrund des fehlenden Zugangs zu Liquidität und Bonität der Zentralbank und des Staates, haben die Schattenbanken in der Krise wesentlich zum Erliegen des Marktes beigetragen, so der Report, der abschließend eine funktionsbezogene Regulierung, an Stelle einer organisationsbezogenen Regulierung, vorschlägt.
Das Schattenbankensystem
Quelle: Federal Reserve Bank of New York