16.05.2016 | Research

US-Dollar-Aufwertung riskant für Emerging Markets Debt

Ein im März 2016 erschienenes Forschungspapier der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS) untersucht die Entwicklung des Currency Mismatches in der Privatwirtschaft in Schwellenländern. Ein Currency Mismatch beschreibt die unterschiedliche Denominierung von Aktiva und Passiva und die damit verbundene Sensitivität der Bilanz gegenüber Wechselkursschwankungen, erklären die Autoren Michael Chui, Emese Kuruc and Philip Turner. Die expansive Geldpolitik der Industrieländer der letzten Jahre und die Zunahme der Investitionen in Emerging Markets führte dazu, dass sich Unternehmen aus Schwellenländern leichter finanzieren konnten. Der Verschuldungsgrad des Non-Government-Sektors ist seit 2010 gestiegen, hauptsächlich durch in ausländischen Währungen denominierte Fremdfinanzierungen. In diesem Kontext verweisen die Autoren auf den deutlichen Anstieg der Verschuldung von Emerging-Markets-Unternehmen am globalen US-Dollar-Anleihenmarkt. Das Forschungspapier zeigt, dass diese Entwicklung mit einer abnehmenden Profitabilität der Unternehmen einhergeht.


Quelle: BIS

Der Non-Government-Sektor ist damit einem steigenden Currency-Mismatch-Risiko ausgesetzt. Die Aufwertung des US-Dollars gegenüber bedeutenden Leitwährungen wie dem Euro oder dem Yen setzt Emerging-Markets-Unternehmen zusätzlich unter Druck, da die Höhe der Einnahmen in Fremdwährung nicht mit der Höhe der in Fremdwährung denominierten Anleihen übereinstimmt. Die Kombinationen aus steigendem Leverage und sinkender Profitabilität macht Emerging Markets Corporates anfälliger für Währungs-, Zins- und Einkommensschocks, meinen die Autoren.  Unternehmen, die nicht handelbare Güter produzieren und hoch in US-Dollar verschuldet sind, wären den Autoren zufolge besonders von Abwertungen gegenüber dem US-Dollar betroffen.

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