Ursachen des Momentum-Effekts
Sean Lu und Ziyue Zeng von QMA sowie Duo Pei von der Rutgers University untersuchen in einem Researchpaper, ob der Momentum-Effekt durch das sogenannte Informationsmomentum erklärt werden kann. Hierbei handelt es sich um die Annahme, dass auf gute (schlechte) Nachrichten weitere gute (schlechten) Nachrichten folgen, die Investoren auf diese Informationen aber nur zeitverzögert reagieren. Für das Informationsmomentum werden drei Proxies genutzt: Revisionen von Analystenschätzungen und Tonänderungen sowohl bei Conference Calls als auch in den Bloomberg News. Als Tonänderungen bezeichnen die Autoren eine Änderung des generellen Sentiments.
Preismomentum weist weder eine hohe Korrelation zu den drei Proxies für Informationsmomentum auf, noch hat es signifkante Prognosekraft für die künftige Aktienperformance. Eine Regressionsanalyse zeigt hingegen, dass Stimmungsänderungen bei den Conference Calls einen signifkanten Einfluss auf die zukünftige Preisentwicklung der Aktien haben. Auch Stimmungsänderungen in den Bloomberg News sowie Revisionen von Analystenschätzungen können zur Prognose herangezogen werden, jedoch ist ihr Effekt deutlich schwächer. Werden alle drei Proxies sowie das klassische Preismomentum berücksichtigt, haben nur die Conference Calls einen signifikanten Einfluss.

Quelle: Lu, Zeng, Pei
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