02.07.2013 | Research

Unkorrelierte Erträge in Krisenphasen

Trendfolgestrategien können insbesondere in Krisenphasen positive Performance liefern, belegt eine kurze Analyse von AQR Capital Management. Darin untersuchen Lasse Pedersen, Brian Hurst und Yao Hua Ooi die Performance von Trendfolge- bzw. Time-Series-Momentumstrategien seit 1903. Die temporäre Outperformance von Momentumstrategien ist bereits von zahlreichen Studien nachgewiesen worden, neu ist hier der lange Betrachtungshorizont. So zeigt die Analyse der zehn größten Drawdowns seit 1903, dass Momentumstrategien nicht nur beim Platzen der Dot-Com-Blase oder während der Finanzkrise positiv abgeschnitten haben. In allen zehn Zeiträumen schlug die Trendfolgestrategie das klassische 60/40-Portfolio deutlich.


Quelle: AQR Capital Management

Historisch liegt die Sharpe Ratio eines solchen Ansatzes über die gesamte Betrachtungsperiode von 110 Jahren bei 1,00, schreiben die Autoren. Schon mit einer Beimischung von 20 % in ein klassisches 60/40-Portfolio und einer erwarteten Sharpe Ratio von 0,40 lässt sich das Downside-Risiko signifikant reduzieren. Bei unveränderter Performance sinkt die Portfoliovolatilität von 11 % auf 9 %, der Maximum Drawdown von 62 % auf 53 %. Die Existenz von Trends und Momentum ist auf irrationales Verhalten der Marktteilnehmer sowie auf Regulierungsdruck und Marktfriktionen zurückzuführen. Zusätzlich stören Eingriffe von Politik und Zentralbanken das fundamentale Marktgleichgewicht und lassen so Trends entstehen, die von Investoren genutzt werden können.

Abonnenten von Absolut Research können weiterführende Informationen hier herunterladen:
Mehr zum Thema "Asset Allocation"
zurück