10.07.2012 | Märkte

Überinvestition im Mikrofinanzsektor und ihre Folgen

Die Mikrokreditmärkte in Entwicklungsländern sind anfällig für Überinvestitionen, so eine im Februar erschienene Analyse von MIX Market und MicroRate. Mikrofinanzinstitute (MFIs) konnten in den vergangenen Jahren enorme Mittelzuflüsse realisieren. Gleichzeitig ist ihre Anzahl und mit ihr der Wettbewerb um die Gunst der Kreditnehmer stark gestiegen. Einzelne Kreditnehmer sehen sich mehreren MFIs gegenüber. Die prinzipiell ehrbaren Ziele führen damit zu einer Situation, in der Kreditnehmer zu viele Schulden aufnehmen können. In der Folge sinkt die durchschnittliche Portfolioqualität der Mikrokredite, während gleichzeitig die humanitären Folgen einer Überschuldung der Armen verheerend sein können, so die Autoren Luis A. Viada und Scott Gaul.


Quelle: MIX

Der Erfolg der Mikrofinanzierung kann damit schnell zu einem Marktversagen mit ungewollten Nebeneffekten führen. Auf der Suche, Wachstum für die Anteilseigner zu generieren, verlieren die internen Kontrollmechanismen und Governance-Systeme bei der Vergabe der "kleinen" Kredite an Beachtung. Die MFIs sind in der Folge häufig zu schlecht über die Bonität ihrer Kreditnehmer informiert. Mit der Marktkonzentration steigen daher das Risiko und die Wahrscheinlichkeit der Überinvestition bzw. der Überschuldung der Kreditnehmer.

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