Trendfolgestrategien im Umfeld von Finanzkrisen
Managed Futures gelten als eine der wenigen Strategien, die in Zeiten rückläufiger Aktienmärkte in der Lage, sind positive Renditen zu erzielen. Diese Eigenschaft konnten sie zuletzt 2008 unter Beweis stellen. Oft folgen jedoch auf große Marktverwerfungen Phasen, die keine klaren Trends aufweisen, worunter Managed Futures leiden. In einem aktuellen Forschungsaufsatz untersuchen die Autoren Mark Hutchinson und John O’Brien von der irischen Cork University, wie sich die Performance typischer Trendfolgestrategien im Anschluss an Finanzkrisen entwickelt hat.
Dafür betrachten die Autoren jeweils Zeitspannen von zwei und vier Jahren nach Ausbruch einer Krise. Insgesamt analysieren sie sechs weltweite Krisen zwischen 1922 und 2012 sowie acht regionale Krisen zwischen 1977 und 2000. Da über einen solch langen Zeitraum nicht genügend Fonds- und Indexdaten vorliegen, wird die Performance von Managed Futures über eine Momentum-basierte Strategie approximiert. Für die Strategie werden die Gewichte der Futures-Kontrakte in Abhängigkeit der Renditen und Volatilität skaliert. Ferner fließen in die Berechnung auch Transaktionskosten und eine für Fonds typische Gebührenstruktur ein.
Im Ergebnis zeigt sich folgendes Bild. Obwohl Trendfolgestrategien über den gesamten Untersuchungszeitraum hinweg attraktive Resultate erzeugen können, ist die Performance in Folgejahren von Finanzkrisen deutlich geringer. So betrug die jährliche Nettoüberschussrendite, also die Rendite nach Abzug der Zinsen kurzfristiger Staatsanleihen und Kosten, über den gesamten Zeitraum 12 % und die Volatilität 11 %, während die Überschussrendite in den ersten 24 bzw. 48 Monaten nach Ausbruch einer Krise im Mittel nur 4 % bzw. 6 % betrug. Entsprechend höher fielen die Renditen in anderen Zeitfenstern vergleichbarer Länge aus. Ähnliche Ergebnisse weisen die Autoren auf allen untersuchten Futures-Märkten sowie im Nachgang regionaler Krisen nach.
Jährliche Renditen einer repräsentativen Trendfolgestrategie
Quelle: Hutchinson/O’Brien (2014)
Als mögliche Ursache nennen die Autoren das Autokorrelationsmuster der Futures-Märkte. Demnach wiesen sie in normalen Zeiten positive Autokorrelationen auf, in Krisenzeiten würden diese jedoch deutlich geringer ausfallen, bzw. negativ werden. Positive Autokorrelation bedeutet, vereinfacht gesagt, dass sich ein Trend tendenziell fortsetzt - auf eine positive Rendite folgt eine weitere positive Rendite. Beruhigend für Investoren ist jedoch, dass die Ursache der schwächeren Performance eher durch Seitwärtsbewegungen, denn durch große Verluste entsteht.
Allerdings zeigen die Autoren auch, dass die Gesamt-Performance in dem repräsentativeren Zeitraum ab 1980 geringer ausfällt als im Gesamtzeitraum. Hier konnte nur noch eine jährliche Überschussrendite von 6,5 % bei einer Volatilität von 9 % erreicht werden.