Transition Finance als Investitionsansatz
Der Übergang zu einer nachhaltigen Wirtschaft erfordert enorme Summen an effektiv gesteuertem Kapital, vor allem von institutionellen Anlegern. Daher hat Ninety One eine Studie zu Transition Finance durchgeführt, für die 300 Führungskräfte von Asset Ownern befragt wurden. Transition Finance ist ein Investitionsansatz, der sich auf den realwirtschaftlichen Impact von Unternehmen konzentriert und die Finanzierung langfristiger, strategischer Initiativen zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen umfasst. Dazu gehören Investitionen in schwer dekarbonisierbare Industrien, in innovative noch unrentable Projekte wie grüner Wasserstoff oder Kohlenstoffabscheidung und -speicherung sowie auch die Finanzierung umfangreicher Infrastruktur-Umgestaltungen und zunehmendes Engagement in Schwellenländern.
60 % der Befragten gaben an, dass die Bekämpfung des Klimawandels zu den strategischen Zielen ihres Fonds gehört. Das steht im Kontrast dazu, dass nur etwa jeder fünfte Fonds (19 %) in irgendeinem Umfang Transition Finance einsetzt. Lediglich 16 % der Befragten investierten in Transition Finance in Schwellenländern.
Die Hälfte (52 %) der Anleger waren der Meinung, dass Transition Finance eine große wirtschaftliche Chance für Asset Owner darstellt und 60 % glaubten daran, dass Transition Finance in den nächsten drei Jahren schnell wachsen wird. Obwohl mehr als die Hälfte der Investoren an die kommerziellen Möglichkeiten glaubt, gaben nur 35 % an, dass sie in den nächsten 12 Monaten in Transition Finance investieren möchten. 20 % suchen nach Möglichkeiten für Transition Finance und nur 8 % bauen ihre internen Fähigkeiten in dem Bereich aus.
Das größte Hemmnis für Transition Finance ist der Mangel an Unternehmen mit glaubwürdigen und realisierbaren Umstellungsplänen – dies wurde von 60 % der Befragten angeführt. Zudem muss ein Wandel in dem Ansatz und der Kultur der Asset Manager stattfinden, um Transition Finance voranzutreiben. Mehr als die Hälfte der Vermögensverwalter (55 %) gab an, dass ihr Fonds kein Ziel verfolgt, das über die Risiko- und Renditeperformance ihrer Anlagen hinausgeht. Das impliziert, dass Nachhaltigkeitsprinzipien nicht holistisch in die Unternehmenskultur eingebunden sind. Zu weiteren Hemmnissen zählt die kurzfristige Ausrichtung vieler Asset Manager sowie die Vorstellung, dass klimabezogene Investitionen zu geringeren Renditen führen, was von 40 % der befragten Investoren genannt wurde.

Quelle: Ninety One (2022)
Mit der Publikation Absolut|impact zeigt Absolut Research das Spektrum nachhaltiger Investments für institutionelle Investoren auf. Anleger erfahren durch Fachbeiträge zu Strategien, Trends, Methoden und Regulierung, wie sie nicht nur ihr Portfolio, sondern auch gesellschaftliche Veränderungen (mit)gestalten können.