Tokenisierung im Asset Management
Die EFAMA hat in einer Analyse den sich entwickelnden Markt für die Tokenisierung von Fonds und Vermögenswerten untersucht. Das Zusammenspiel von Vermögensverwaltung und DLT-basierter Technologie zeigt im Jahr 2025 einen gewissen Reifegrad, der sich sowohl in der Finanzregulierung als auch in den Marktentwicklungen widerspiegelt. Dem Bericht zufolge sind die nationalen und EU-weiten Regulierungsrahmen gut etabliert und Reformen werden dort angestrebt, wo den mit größeren Volumina verbundenen finanziellen Risiken Rechnung zu tragen ist. Dabei stehen die EU-Staaten im Wettbewerb mit Singapur, der Schweiz und Hongkong, die mit klaren Regeln Wettbewerbsvorteile erzielt haben. Auch auf Ebene der Asset Manager gilt es, die Infrastruktur an die neuen Technologien anzupassen, um nicht von agilen Wettbewerbern überholt zu werden. Vorteile der Tokenisierung sind u.a. bessere Zugangsmöglichkeiten bei Assetklassen wie Immobilien und Private Equity und der Handel rund um die Uhr.
Die Emissionen von tokenisierten Anleihen nehmen zu, es herrscht ein gesunder Wettbewerb mit Marktlösungen in den Bereichen DLT-gestützte Fondsverwahrung und -vertrieb sowie Handel und Abwicklung von tokenisierten Vermögenswerten. Der Bericht skizziert die praktischen Anwendungsmöglichkeiten der Technologie, die Vorteile für Investoren und Finanzinstitute, den möglichen Wendepunkt hin zu einer breiten Einführung sowie Strategien für Fondsmanager, um sich bietende Chancen zu nutzen.
Vier Faktoren beschleunigen die DLT-Adoption: harmonisierte Regulierung, Interoperabilität und Standards, Cash-on-Chain sowie liquide Sekundärmärkte. Zusammengenommen können sie die Buy-Side grundlegend umgestalten. Die Tokenisierung von Fondsanteilen bringt für Asset Manager Effizienzgewinne durch Automatisierung, Kostensenkung im Backoffice und schnellere Produktentwicklung sowie neue Vertriebswege. Dem stehen neue Risiken durch technologische Abhängigkeiten, Cyberangriffe, unerfahrene neue Dienstleister und mögliche Spannungen mit etablierten Partnern gegenüber. Investoren profitieren durch Vorteile wie Bruchteilseigentum und höhere Liquidität.

Quelle: EFAMA
Die Tokenisierung könnte ein breites Spektrum an Anlageklassen erfassen. Neben digital-nativen Assets lassen sich auch traditionelle Vermögenswerte wie Anleihen, Aktien, Immobilien, Infrastruktur, Private Equity oder Private Debt auf die Blockchain übertragen. Ob Fonds in tokenisierte Assets investieren dürfen, hängt vom Rechtsrahmen ab. Während UCITS strengen Beschränkungen unterliegen, bestehen für AIF deutlich größere Freiheitsgrade.
Absolut Research unterstützt institutionelle Investoren bei der Bewertung von Mandaten und der Selektion neuer Asset Manager mit der monatlich erscheinenden Publikationsreihe Absolut|ranking und den 360-Grad-Analysen (Peer-/ Benchmark-/ Factor-/ Asset-Flow-Analysen). Insgesamt analysiert Absolut|ranking mehr als 16.000 aktive und passive Strategien von 2.000 Asset Managern, aufgeteilt auf 36 Assetklassen und Marktsegmente sowie mehr als 200 Universen. Individuelle Mandate und Spezialfonds können ebenfalls untersucht werden.