23.03.2006 | 

SuperHedge 2006 - Bisherige Entwicklung und Zukunft des deutschen Hedgefonds-Marktes

Der deutsche Hedgfonds-Markt ist mit einem Volumen von cirka 2,1 Milliarden Euro bisher hinter den hochgesteckten Erwartungen der Branche zurück geblieben. Bislang wird von vielen Investoren ein Engagement über Hedgefonds-Zertifikate bevorzugt. Zu den bisherigen Hindernissen und der zukünftigen Entwicklung des deutschen Marktes diskutierten Willi Ufer, Ralf Lochmüller, Matthias Schellenberg, Ansgar Guseck und Bastian Schmedding am zweiten Tag der ?SuperHedge? in Frankfurt mit Achim Pütz, dem 1. Vorsitzenden des Veranstalters Bundesverband Alternative Investments (BAI).

Ralf Lochmüller, einer der Gründer der Lupus alpha Asset Management GmbH, betonte die Wichtigkeit einer guten Performance und eines längeren Track Records für die Vermarktung von Hedgefonds. Hedgefonds verkaufen sich eher über die Fähigkeiten der Manager als über ein geschicktes Marketing. Daher ist es wichtig, für die Zukunft eine Kultur für die Investition in Hedgefonds zu schaffen.

Auch Matthias Schellenberg, Leiter Alternative Investments von Pioneer Investments stimmte dem Argument der guten Performance als Verkaufsargument zu. Er gibt allerdings zu bedenken, dass die risikoadjustierte Performance ein wichtigeres Maß für die Beurteilung von Hedgefonds-Renditen darstellt. "Es muss noch viel Aufklärungsarbeit geleistet werden, um das Verständnis für Hedgefonds in Deutschland zu stärken", so Schellenberg.

Willi Ufer, Leiter für Alternative Investmentstrategien der Commerzbank räumte ein, dass die Handelsabteilungen aller großen deutschen Banken in London angesiedelt sind. Aus diesem Grunde sei es schwer, gute Hedgefonds-Manager in Deutschland zu finden.

Diesem Argument stimmten die anderen Diskussionsteilnehmer allerdings nicht zu. Bastian Schmedding, Geschäftsführer von Union Investment Institutional und Ansgar Guseck von Sauren Fonds Research sind hingegender Meinung, dass sich genügend gute Talente in Deutschland finden würden. In großen Unternehmen, so Lochmüller, sei es nur manchmal schwierig die richtigen ?Köpfe? auszumachen. Guseck wendend jedoch ein, dass institutionelle Investoren oft nach bekannten Namen im Hedgefonds-Geschäft suchen. Schmedding ergänzte weiter, dass man in Deutschland auch noch ein wenig Geduld haben sollte, da sich die Branche erst langsam am Entstehen ist.

Für die Zukunft wird einige Überzeugungsarbeit für die Entwicklung der Hedgefonds-Branche zu leisten sein. Auch die Vereinfachung der gesetzlichen Vorgaben und ein längerer Track Record können zur Verbesserung der Akzeptanz von deutschen Produkten beitragen.

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