Strategien für Infrastrukturinvestments
Ökonomische Unsicherheiten und das anhaltend niedrige Zinsniveau zwingen institutionelle Anleger in zunehmendem Maße, in alternative Investments jenseits des klassischen Anleihen-Aktien-Horizontes zu investieren. In einem OECD-Paper untersuchen die Autoren Raffaele Della Croce und Juan Yermo die Entwicklungen der Investment-Strategien der institutionellen Investoren und fokussieren sich dabei auf das Segment der Infrastrukturinvestments. Allein in den OECD-Ländern verwalten institutionelle Anleger rund 70 Billionen Euro bei gleichzeitig hohen Neuzuflüssen. In den letzten Jahren ist der durchschnittliche Aktienanteil zu Gunsten der alternativen Investments zurückgegangen; ein Trend, der sich angesichts positiver Diversifikationsaspekte, Renditeerwartungen und möglicher vorteilhafter Bewertungsmethoden für nicht gelistete Infrastrukturprojekte fortsetzen dürfte.
Quelle: Della Croce, Yermo (2013)
Verstärkt wird diese Entwicklung durch die Zurückhaltung vieler Banken bei der Kreditvergabe, so dass den institutionellen Investoren eine größere Bedeutung in der Bereitstellung finanzieller Mittel zukommt. Während das Gesamtvolumen der Finanzierung von Infrastrukturprojekten 2012 mit 382 Mrd. US-Dollar um 6 % unter dem Vorjahreswert lag, haben die europäischen Banken ihr Engagement in diesem Sektor um 38 % verringert. Dennoch sind derzeit die Investments der Anleger in Infrastruktur noch begrenzt. So umfassen die Direktinvestments in Infrastruktur von Pensionsfonds nur etwa 1 % des verwalteten Vermögens, mit einigen Ausnahmen in Australien und Kanada. Hier gibt es Fonds, bei denen der Anteil dieses Segmentes an den Assets under Management im zweistelligen Prozentbereich liegt. Problematisch für das weitere Wachstum sind Faktoren wie der Mangel an geeigneten Investmentvehikeln, sowohl direkt als auch über Anleihen, regulatorische Hürden und fehlende Daten, die es schwierig machen, die Risiken der Investments zu bewerten.
Quelle: Della Croce, Yermo (2013)
Eine Sonderstellung nehmen grüne Infrastrukturinvestments ein, wie auch ein weiteres OECD-Paper von Christopher Kaminka, Osamu Kawanishi, Fiona Stewart, Ben Caldecott und Nicholas Howarth bemerkt. Während 2012-2030 etwa 2 Billionen US-Dollar an jährlichen Investitionen erforderlich wären, beträgt der Zufluss aktuell nur rund die Hälfte. Dies macht Änderungen in politischen und rechtlichen Rahmenwerken erforderlich, um zusätzliche Investoren anzulocken. Daneben präsentiert das Papier vier Fallbeispiele zu grünen Infrastrukturinvestments und entwickelt daraus Implikationen zur Gestaltung dieser Rahmenwerke.