Steigende Risikoneigung bei deutschen Immobilieninvestoren
Deutschland stellt unverändert einen sehr attraktiven Standort für Immobilieninvestments dar, zeigt eine Studie der Unternehmensberatung EY, für die 130 Investoren befragt wurden. Mit 50 bis 54 Mrd. Euro wird das erwartete Transaktionsvolumen 2015 auf einem ähnlichen Niveau liegen wie im Vorjahr und wird im Wesentlichen nur durch das Angebot beschränkt. Dabei wird Deutschland von 96 % der Befragten 2015 als attraktiver oder sehr attraktiver Standort angesehen, was die positive Einschätzung des Vorjahres bestätigt. Dies gilt insbesondere im europäischen Vergleich. Auffällig ist die wachsende Bedeutung alternativer Finanzierungsquellen, darunter neben Verbriefungen auch Versicherer, Pensionsfonds und Mezzanine-Kapital. Durch die hohe Nachfrage steigen jedoch die Kaufpreise, was zu einer Einengung des Spreads zwischen Immobilienrendite und der Verzinsung von Bundesanleihen führt.
Quelle: EY
Dementsprechend überrascht es nicht, dass 90 % der Überzeugung sind, dass der Anteil risikoreicher Investments steigen wird. Dabei nimmt die Internationalisierung zu: Deutsche Anleger investieren zunehmend im Ausland, auch wegen höherer Renditeerwartungen, während innerhalb Deutschlands vermehrt Konkurrenz aus Asien erwartet wird. Der Ausblick auf die Preisentwicklung ist für Einzelhandelsobjekte sowohl in Premium- als auch in Core-Lagen positiv. Gleiches gilt für sekundäre Bürolagen, den Logistikbereich sowie Wohnimmobilien. Gerade Letztere stehen im Fokus des Investoreninteresses. Skeptisch dagegen sind die Anleger bei Hotelimmobilien in weniger attraktiven Lagen.
Quelle: EY
Größtes Transaktionshindernis sind wie im Vorjahr abweichende Kaufpreisvorstellungen. Die Höhe des Eigenkapitals und die Verfügbarkeit von Kreditfinanzierungen scheinen dagegen weniger problematisch. Bei Exits werden Direktverkäufe bevorzugt - sowohl für einzelne Objekte als auch Immobilienportfolios.
Auch der Absolut|report beschäftigt sich regelmäßig mit dem Thema Immobilien. In Ausgabe 3|2015 untersucht Claus Thomas von LaSalle Asset Management Immobilien als Anlageklasse aus institutioneller Sicht. Klaus Kämpf und Balazs Magyar von der Notenstein Privatbank stellen in Ausgabe 2|2015 des Absolut|report ein Modell zur Ermittlung eines Stadtortratings für europäische Immobilien vor.
Darüber hinaus analysiert Absolut Research institutionelle Publikumsfonds mit Fokus auf Immobilien jeden Monat in der Publikation Absolut|ranking Real Estate. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 10.000 institutionelle Publikumsfonds, aufgeteilt in 23 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 80 Universen.