Start-up-Leistung europäischer Hochschulen
Eine Studie von Redstone hat untersucht, wie effizient europäische Hochschulen und öffentliche Forschungseinrichtungen Gründungen hervorbringen und welches wirtschaftliche Potenzial daraus entsteht. Die Technische Universität München (TUM) erzielt demnach Spitzenplätze in mehreren europäischen Vergleichsgruppen. Im Segment der sehr großen Hochschulen liegt die TUM bei der Effizienz der Start-up-Gründung auf Rang 5 mit 10,4 Start-ups je 100 Mio. Budget; unter den großen Universitäten folgt sie in der Venture-Zahl mit 235 gegründeten Unternehmen auf Rang 8. Der Index vergleicht 1.000 Hochschulen und 50 öffentliche Forschungseinrichtungen im Europäischen Wirtschaftsraum, in Großbritannien und in der Schweiz.

Quelle: Redstone University Startup Index 2026
Auch andere deutsche Einrichtungen erscheinen im Ranking. Bei den öffentlichen Forschungseinrichtungen zählt die Helmholtz Association mit 26 Spinouts zu den Top 10, die Fraunhofer Society kommt auf 14 Spinouts und die Max Planck Society auf 6. Unter den Hochschulen wird die WHU Otto Beisheim School of Management mit 64,4 Start-ups je 100 Mio. Budget in der Gruppe der Business Schools genannt. Die CODE University of Applied Sciences erreicht im Small-Universities-Ranking 214 Start-ups je 100 Mio. Budget, wird im Bericht aber als gesonderte, unternehmerisch ausgerichtete Hochschule eingeordnet.
Die Studie bewertet nicht nur die absolute Zahl der Gründungen, sondern setzt sie ins Verhältnis zum Budget der Einrichtungen. Dafür werden die erfassten Ventures nach überlebensfähigen Start-ups gefiltert. Aus 49.873 identifizierten Ventures werden 23.383 als Start-ups in die Effizienzberechnung übernommen. Grundlage sind LinkedIn-Profildaten, ergänzt um Dealroom- und EPO-Daten für Forschungseinrichtungen.

Quelle: Redstone University Startup Index 2026
Für die TUM ist vor allem die Einordnung im europäischen Spitzenfeld relevant. Der Index zeigt, dass die Leistung einzelner Hochschulen stark auseinandergeht. In der Gruppe der sehr großen Universitäten liegt die Spannweite zwischen 14,2 und 9,0 Start-ups je 100 Mio. Budget unter den Top 10. Die TUM befindet sich damit in unmittelbarer Nähe der führenden Einrichtungen aus London, Amsterdam und Paris.
Es wird zudem untersucht, wie effektiv europäische Hochschulen und Forschungseinrichtungen öffentliche Mittel in wirtschaftlich tragfähige Unternehmen umwandeln und daraus das ungenutzte Potenzial für Europa abgeleitet. Würden alle 1.050 Institutionen so effizient arbeiten wie die besten 10 Prozent, könnten in zehn Jahren zusätzlich eine halbe Million Start-ups entstehen, verbunden mit rund 13 Mio. neuen Jobs, 5 Bio. EUR zusätzlichem BIP, 1,5 Bio. EUR Steuereinnahmen und 9 Bio. EUR zusätzlichem Equity Value.
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