14.04.2011 | Recht

Solvency II - Eigenmittelbedarf bei deutschen Lebensversicherern

Die BaFin hat am 21. März 2011 ihren Länderbericht der QIS5-Studie zu Solvency II veröffentlicht. Unter der Leitung der European Insurance and Occupational Pensions Authority (EIOPA) wurde die QIS 5-Studie in allen Mitgliedstaaten des Europäischen Wirtschaftsraums auf Anforderung der EU-Kommission durchgeführt. Die europäischen Versicherungsunternehmen haben dabei diverse Aspekte der zukünftigen Regulierung unter Solvency II in deren gegenwärtiger Fassung getestet. Die BaFin führte die deutsche Teiluntersuchung von August bis November 2010 durch. Daran nahmen 251 deutsche Versicherungsunternehmen und 26 deutsche Unternehmensgruppen teil.

Bei den Lebensversicherern fällt auf, dass sowohl der Solvenzkapitalbedarf als auch die Bedeckungsquoten beim Übergang von Solvency I zu Solvency II nahezu unverändert bleiben. Dennoch ist ein deutlicher Rückgang der anrechnungsfähigen und auch der freien Eigenmittel festzustellen. Dabei kritisiert die BaFin die Berechnung der Zinsstrukturkurve unter Solvency II, die besonders bei den Lebensversicherern, aufgrund ihrer Sensitivität gegenüber Veränderungen der Zinsstrukturkurve, zu einer unnötigen Volatilität in der Eigenmittelposition führt.
Ein anderes Bild zeigen die Krankenversicherer. Einen gestiegenen Solvenzkapitalbedarf können sie durch einen vergleichbaren Anstieg der Eigenmittel kompensieren.

Etwa zwei Drittel der in Deutschland unter Solvency II fallenden Versicherer haben sich auf freiwilliger Basis an der Studie beteiligt.
Die BaFin setzt sich dafür ein, dass die Erkenntnisse aus der Studie auf europäischer Ebene bei der Gestaltung von Solvency II berücksichtigt werden und der Entwurf des Regelwerks nachgebessert wird.

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