Smart-Beta-Produkte in Europa auf dem Vormarsch
In einem umfassenden Marktbericht hat Morningstar börsennotierte Smart-Beta-Produkte untersucht und die aktuelle Entwicklung des Segments analyisert. Mit der Erforschung alternativer Risikofaktoren, wie Size, Momentum oder Value, hat die Wissenschaft große Teile des Alphas vieler Fondsmanager zu reinen Smart-Beta- bzw. Strategic-Beta-Faktorerträgen erklärt. Eine sich daraus ergebende Implikation ist, dass zunehmend der Nutzen von aktiven Managern hinterfragt wird, wenn diese sich im Wesentlichen auf diese Faktoren verlassen. Als günstigere Alternative werden zunehmend börsennotierte Indexfonds angeboten, die die jeweiligen Faktor-Exposures bei einer günstigeren Gebührenstruktur standardisiert abbilden.
Quelle: Morningstar
Per Ende Juni 2014 gibt es weltweit 673 Smart-Beta-ETPs, in denen insgesamt 396 Mrd. US-Dollar verwaltet werden. Die Beliebtheit der Produkte ist jedoch global nicht homogen, sondern sehr unterschiedlich. Während in den USA 19 % aller in passiv verwalteten Fonds investierten Mittel auf Smart-Beta-Produkte entfallen, sind es in der Region Asien/Pazifik lediglich 1,5 Prozent. Daher beträgt der Volumenanteil von US-Produkten 91 Prozent des Gesamtmarktes (359,7 Mrd. US-Dollar). Weitere 26,3 Mrd. US-Dollar entfallen auf europäische Produkte. Am beliebtesten über alle Regionen sind Dividenden-Produkte, was wenig überraschend ist, da diese in Zeiten niedriger Zinsen eine Alternative zu Staatsanleihen darstellen. Bezüglich der Gebühren fällt auf, dass diese zwar meist etwas geringer sind als bei aktiv verwalteten Portfolios, jedoch weitaus höher als bei ETPs auf gängige Marktindizes.
Quelle: Morningstar
Bei der Auswahl von Smart-Beta-ETPs ist es laut der Analyse von Morningstar wichtig, die Index-Methodologie genau zu verstehen, da auch Produkte, die scheinbar enge Substitute sind, unterschiedlich berechnet werden können. Auf der anderen Seite ist die Strategie, die unterschiedliche Produkte verfolgen, teils sehr ähnlich. Da wenige Faktoren bei vielen Fonds einen Großteil der Performance erklären können, ist die Durchführung einer Faktorregression sinnvoll, insbesondere bei komplexen oder sehr dynamischen Strategien.