Sektoranalyse der Private-Equity-Industrie
Ein aktuelles Arbeitspapier der Columbia Business School und der TU Berlin nimmt eine Analyse der Private-Equity-Sektors vor. Die klassische Sicht auf Private Equity fokussiert sich auf die Performance von Buyouts und Venture Capital. Allerdings haben viele Private-Equity-Unternehmen mittlerweile ein breites Spektrum an Produkten entwickelt, die neben bestimmten Strategien wie Mezzanine und Distressed auch Beratungsfunktionen für die Portfoliounternehmen und Underwriting umfassen. Der Autor, Daniel A. Kukla, möchte auf Basis dieser Entwicklungen die Unternehmensstrategien der Private-Equity-Branche identifizieren und analysieren.
Quelle: Kukla (2010)
Kukla nimmt eine Reihe von Analysen und Hypothesentests vor, um die Heterogenität der Private-Equity-Unternehmen zu untersuchen. Anhand der 130 größten Unternehmen identifiziert er fünf signifikante Cluster, die jeweils eine Gruppe mit einer bestimmten strategischen Ausrichtung darstellen. Diese Gruppen sind Product Specialist, Sector Specialist, Sector Focused Investment Firm, Multi-Business Investment Firm und Small Cap Generalist. Die Gruppen drei und vier zeigen die beste historische Performance. Mit Ausnahme von Sektor fünf stieg die Performance überall zudem im Zeitablauf an.
Quelle: Kukla (2010)
Interessanterweise sind also mehrere strategische Ausrichtungen innerhalb der Private-Equity-Branche erfolgreich. Innerhalb einer strategischen Gruppe konvergiert die Ausrichtung der Unternehmen zudem im Laufe der Zeit. Investoren können den Erfolg ihrer Private Equity Investments also unter Umständen durch einen Abgleich der Anlagestrategie ihrer Fonds und der strategischen Ausrichtung des Management-Unternehmens steigern.