Schweizer Pensionskassen geraten durch die Finanzkrise in Unterdeckung
Der Asset Manager Swisscanto präsentiert in seinem Pensionskassenmonitor die Lage der Schweizer Pensionskassen zum 31.12.2008. Der durchschnittliche (geschätzte) Deckungsgrad ist aufgrund der Finanzkrise auf 94,4% gefallen. Dies stellt einen Rückgang gegenüber dem Ende 2007 erhobenen Deckungsgrad von 17,6 Prozentpunkten dar. Verantwortlich dafür sei die negative Performance beinahe jeder Asset-Klasse. Insgesamt werde der Verlust des Anlagevermögens in 2008 auf 12% geschätzt, wobei die Verlustspanne zwischen -1,5% und -25% liegt. Durch diese Verluste seien auch Wertschwankungsreserven weitestgehend aufgezehrt, sodass nun die anlagetechnische Risikofähigkeit eingeschränkt sei. Weiterhin folgert der Bericht, dass sich Ende 2008 etwa Drei Viertel der Pensionskassen in einer Unterdeckung befanden. 2007 seien es lediglich 10% gewesen. Auch der Anteil jener Pensionskassen, die eine Unterdeckung von weniger als 90% aufweisen sei erheblich gestiegen (25% vs. 4,6%). Insgesamt weisen privatrechtliche Pensionskassen (96,6%) einen höheren durchschnittlichen Deckungsgrad auf als öffentlich-rechtliche Pensionskassen (84,7%).
Abbildung: Erzielte Renditen 2008, Quelle: Swisscanto
Der von Swisscanto entwickelte Pensionskassenmonitor stellt eine Schätzung des durchschnittlichen Deckungsgrades der Vorsorgeeinrichtungen dar. Die Daten (Deckungsgrad des Vorjahres, Asset Allocation und Sollrendite) basieren auf einer jährlich von dem Institut durchgeführten Studie und werden unter Einbezug der aktuellen Kapitalmarktsituation fortgeschrieben. Als Proxy-Indizes für die jeweiligen Anlageklassen werden branchenübergreifende Benchmark-Indizes, wie z.B. der HFRX Global Hedge Fund Index, der LPX 50, der MSCI World Index oder der DJ AIG Commodity Index verwendet. Durch diese Methode hat das Institut ein Instrument geschaffen, das auf einfache Weise ein approximatives Bild der aktuellen finanziellen Situation der Unternehmen widerspiegelt. Für die Zukunft sollen die Daten alle 3 Monate publiziert werden.