12.12.2022 | Research

Schattenkosten der Illiquidität

Kristy Jansen von der University of Southern California und Bas Werker von der Tilburg University haben in einem Research Paper die Schattenkosten von Liquidität untersucht. Diese Schattenkosten umfassen sowohl den Aspekt erhöhter Transaktionskosten als auch die Unmöglichkeit, Assets für längere Zeiträume zu handeln. Zur Analyse modellieren die Autoren nutzenmaximierende Investoren, die in drei Assets investieren können: risikolos, risikobehaftet und liquide sowie risikobehaftet und illiquide. Definiert sind die Schattenkosten als die Renditeminderung illiquider Assets, die Investoren bereit sind zu akzeptieren, um das illiquide Asset zu liquidieren. Der Nutzen wird über den Konsumfluss unter exogenen Liquiditätsschocks maximiert. Es kann gezeigt werden, dass Illiquiditätskosten zwei Aspekte umfassen: suboptimale Asset Allocation und suboptimalen Konsum. Ersteres geht grundsätzlich nur mit einem geringen Nutzenverlust einher, wohingegen suboptimaler Konsum aufgrund einer zu geringen Verfügbarkeit liquider Assets zu erheblichen Schattenkosten führt. Damit sind die Kosten insbesondere für kurzfristig orientierte Anleger und solche hoch, die mehr als 60 % ihres Kapitals in illiquide Assets investiert haben.
Im Anschluss untersuchen die Autoren die Schattenkosten der Illiquidität für verschiedene Asset-Klassen. Auch wenn Private Equity das illiquideste der untersuchten Assets ist, betragen die Schattenkosten je nach Modellannahmen nur 0 bis 55 Basispunkte, da hier hauptsächlich langfristig orientierte Anleger investiert sind. Ähnlich ist dies bei Immobilien (0 bis 71 Basispunkte), zumal laufende Erträge zu erwarten sind.



Quelle: Jansen, Werker, 2022


Im Falle von Unternehmensanleihen sind die Transaktionskosten zwar gering, aber die Unsicherheit hinsichtlich der Handelbarkeit erhöht die Schattenkosten auf 26 bis 85 Basispunkte. Genau umgekehrt ist dies bei illiquiden Aktien (0 bis 108 Basispunkte). Hier ist zwar die Handelbarkeit gegeben, aber es entstehen Transaktionskosten. Inwieweit Anleger betroffen sind, hängt von ihrem Investment-Horizont ab: Bei Langfristinvestoren sind die Handelskosten nur gering, bei kurzfristigen Anlegern dagegen erheblich.


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