Reduzierte Anzahl börsennotierter Unternehmen
Robert Blecher von der Syracuse University hat in einem Researchpaper die Gründe für den Rückgang der börslich gelisteten Unternehmen in den USA untersucht. Je nach Datenquelle hat die Anzahl der börsennotierten Unternehmen seit 1997 um 30 bis 50 % abgenommen. Dies ist insbesondere auf die Verringerung der Micro Caps zurückzuführen. Mögliche Gründe für die Abnahme wäre entweder ein Anstieg der Delistings oder eine Verringerung der neuen Notierungen. Es zeigt sich, dass Delistings zwar am Anfang des Beobachtungszeitraum eine wichtige Rolle gespielt haben, ihre Bedeutung im Zeitverlauf aber stetig abgenommen hat. Anders ist dies beim Rückgang von neuen Börsennotierungen, vornehmlich bei kleinen IPOs. Der Autor schließt daher, dass vor allem die geringere Anzahl von Börsengängen für die Abnahme der Anzahl börsennotierter Unternehmen verantwortlich zeichnet.

Quellen: Bloomberg, Blecher 2020
Aufgrund der Intransparenz in den Private Markets, die eine quantitative Datenauswertung erschwert, wurden im zweiten Schritt 26 Interviews mit Investoren, Gründern und Due-Diligence-Experten durchgeführt, um die Gründe dieser Entwicklung zu evaluieren. Wenn Kapital über andere Kanäle eingeworben werden kann, bestehen weniger Anreize für Börsengänge. Erstens hat die Bedeutung von Private IPOs zugenommen, also Finanzierungsrunden in den Private Markets mit Volumina über 100 Mio. US-Dollar: Seit 2007 ist die Anzahl solcher Transaktionen von 15 auf 198 gestiegen.

Quellen: Pitchbook, Blecher 2020
Zweitens haben Secondaries zu einem geringeren Druck geführt, einen IPO durchzuführen: Investoren erwarten, ihren Gewinn mit einer Beteiligung irgendwann zu realisieren. Wenn dies nicht nur über einen Börsengang, sondern auch über den Verkauf am Sekundärmarkt möglich ist, sinkt der Anreiz bzw. der Druck auf Unternehmen, den Exit der Investoren über einen IPO zu durchzuführen. Dies führt insgesamt nicht unbedingt zu weniger IPOs, die Unternehmen, die an die Börse gehen, werden jedoch älter.
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