Rolle institutioneller Investoren beim Ausbau erneuerbarer Energien
Die OECD hat Mitte September einen umfangreichen Statusbericht zur Rolle institutioneller Investoren bei der Finanzierung des Ausbaus grüner Infrastruktur vorgelegt. Demnach werden derzeit rund 1 Billion US-Dollar pro Jahr in die Dekarbonisierung des Energiesektors investiert. Um den Umstieg in eine schadstoffärmere Energiewirtschaft bis 2030 zu finanzieren sind jedoch jährliche Investitionen in Höhe von 2 Billionen US-Dollar notwendig, rechnet der Bericht vor. Um diese Lücke zu schließen kommt institutionellen Investoren mit einem Anlagevolumen von rund 71 Billionen US-Dollar eine potenziell wichtige Rolle zu. Angesichts niedriger Zinsen auf sichere Staatsanleihen und schwachen Wachstumsaussichten haben Investments in grüne Infrastruktur darüberhinaus das Potenzial attraktive und stabile Renditen zu generieren.
Quelle: OECD (2012)
Allerdings sind die zur Verfügung stehenden Investmentvehikel derzeit noch begrenzt. Green Bonds oder Clean Technology Private Equity können zwar attraktives Exposure für Investoren bieten, mit einem Marktvolumen von wenigen hundert Milliarden US-Dollar stecken diese Märkte aber noch in der Entwicklungsphase. Gleichwohl ist das Interesse an Clean-Energy-Investitionen seit der Finanzkrise stark gestiegen, heißt es im Bericht.
Quelle: OECD (2012)
Die Politik ist gefordert, bestehende Barrieren die ein stärkeres institutionelles Engagement verhindern, zu reduzieren. Nur rund 5 % der Infrastruktur werden derzeit von institutionellen Investoren finanziert. Regulierer sind hier in der Pflicht Lösungen auf den Weg zu bringen, die Marktversagen und fehlerhafte Preisbildungen gegenüber auf fossilen Brennstoffen basierender Energieerzeugung adressieren.
Beachten Sie hierzu auch den Artikel "Investitionen in Energieinfrastruktur" im Absolut|report 4|2012.