Risikofaktoren und Selektion von Dachhedgefonds
Derzeit gibt es rund 2.000 aktive Dachhedgefonds mit verschiedensten Anlagestrategien und Schwerpunkten, die Investoren weltweit erwerben können. Serge Darolles von der DRM-Université Paris Dauphine und Mathieu Vaissié vom Edhec-Risk Institute untersuchen in einer aktuellen Forschungsarbeit die ideale Allokation verschiedener Hedgefondsstrategien und erweitern diesen Ansatz dann, um die besten Dachhedgefondsmanager ex-ante identifizieren zu können.
Quelle: Edhec-Risk School
Zur Auswahl der richtigen Allokation verschiedener Hedgefondsstrategien stützen sich die Autoren auf die Daten von 14 Strategieindizes im Zeitraum von 2005 bis 2012. Je nachdem, ob die Volatilitäten als statisch oder dynamisch angesehen werden, unterscheiden sich die optimalen Anteile an den verschiedenen Strategien erheblich. Während bei dem statischen Min-Var-Portfolio vor allem Low-Vola-Strategien (insbesondere L/S Equity Market Neutral und CTA Short-Term) im Mittelpunkt stehen und andere, riskantere, komplett vernachlässigt werden, sind im dynamischen Portfolio (GARCH) auch Convertible Arbitrage und andere enthalten. Können sich auch die Korrelationen der Strategien im Zeitablauf ändern, so ergeben sich abermals Verschiebungen im idealen Portfolio (SRM). Empirisch hat sich ex-post das SRM-Portfolio am stärksten entwickelt, während der statische Min-Var-Ansatz sogar noch schlechter abschnitt als eine naive Gewichtung.
Quelle: Edhec-Risk School
Da sich ein solcher Ansatz in der Praxis nicht langfristig umsetzen lässt, verwenden die Autoren einen zusätzlichen Pseudo-Risikofaktor, der bei der konkreten Selektion der richtigen Dachhedgefonds helfen soll. Dieser Faktor (X-Factor) spiegelt die Outperformance des spezifischen Dachhhedgefonds wider, welche durch die effiziente Einteilung des Risikobudgets erzielt wurde. Von den 262 untersuchten Dachhedgefonds weisen lediglich 8 % einen positiven X-Factor auf. Es zeigt sich, dass die nach diesem Kriterium besten Fonds (insbesondere Macro/Systematic-Strategien) eine höhere Liquidität und leicht erhöhte Kosten aufweisen, wie auch einen längeren Track Record und höhere Assets under Management. Die Outperformance ergibt sich im Wesentlichen in sehr volatilen Marktphasen, während in stabilen Zeiten eine Underperformance generiert wird.