30.01.2020 | Studie

Risikoeinschätzung institutioneller Investoren

Institutionelle Investoren sind aktuell mit vielfältigen makroökonomischen Herausforderungen konfrontiert, wie hohe öffentliche Verschuldung, niedrige Wachstumsraten oder globale politische Unsicherheiten. Laut einer Studie von Natixis führt dieses Umfeld neben anderen Faktoren bei 83% der befragten institutionellen Investoren zur Erwartung einer Finanzkrise innerhalb der nächsten fünf Jahre. Eine erhöhte Volatilität steht mit 53% Nennungen an der Spitze der Top 5 genannten Portfoliorisiken (53%). Die Befragten schätzen, dass 2020 nicht nur Aktien volatiler werden, sondern auch Anleihen und Währungen. Als weitere Risiken werden Zinsentwicklung, Kreditknappheit, Liquiditätsengpässe und Deflation genannt. Neun von zehn Befragten gaben an, dass sie sich um den Einfluss steigender öffentlicher Schulden auf die globale finanzielle Sicherheit sorgen und 58% befürchten Performanceeinbußen durch Asset-Blasen.


Quelle: Natixis

Die erhöhten politischen Risiken veranlassen institutionelle Investoren zu einer aktiven Absicherung ihres Portfolios über Szenarioanalysen (48%), Kapitalpuffer (47%) oder höhere Agilität (31%). Auch wenn der Renditedruck dafür sorgt, dass sich Anleger weltweit verstärkt dem privaten Kapitalmarkt zuwenden (79% Private Equity, 77% Private Debt), haben sich keine grundlegenden Veränderungen in den Allokationsmustern ergeben. 62% erhoffen sich die Diversifikation ihres Portfolios durch Investments in private Märkte und 61% erwarten attraktivere Renditen.

Knapp drei Viertel der Umfrageteilnehmer sehen das Sicherheitsgefühl der Investoren hinsichtlich Indexfonds kritisch. 64% sagen, dass der überhöhte Abfluss von Kapital in passive Investments die Volatilität verstärkt. 74% der Umfrageteilnehmer sind sich einig, dass in einem volatilen und unsicheren Marktumfeld aktives Management einen Mehrwert bietet.


Quelle: Natixis

In der IT- und Gesundheitsbranche sehen die Anleger langfristiges Wachstumspotenzial und mehr als die Hälfte der Teilnehmer glaubt, dass Alpha durch ESG generiert werden kann und hat dies im Portfolio implementiert.  Befragt wurden 500 institutionelle Investoren weltweit mit einem Anlagevolumen von 15 Billionen US-Dollar. In Deutschland nahmen 33 Anleger an der Studie teil.  


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